
Zweiter Geburtstag im Web 2.0
Dienstag, Mai 15, 2007Am 8.5.07 erblickt Runnar Swindlehurst das Licht der virtuellen Welt in Second Life.
Mit einer Handvoll weiterer Neulingen lande ich auf einer Tutorialinsel in der es gilt Second Life kennenzulernen und vor allem Bedienen zu lernen. Wie sich herrausstellt ist letzteres nicht zu unterschätzen. Die ersten Gehversuche enden ersteinmal am nächsten Laternenpfosten. Die restlichen Newbies tun sich da augenscheinlich nicht arg viel leichter. Die Szene erinnert ein bisschen an schlechte Zombiefilme in denen einen Dutzend Zombies orientierungslos durch die Gegend torkeln. Dafür ist das Fliegen schon viel einfacher. Igendeine Taste drücken und bequem mit der Maus steuern. Somit steht mein Entschluss fest. In meinem dritten Leben möchte ich ein Vöglein sein.
Jedoch begnüge ich mich in meinem zweiten Leben lieber damit Mensch zu sein. Die Grafikpracht der virtuellen Welt ist ohnehin nicht sehr sehenswert. Auch nicht von oben. Und ich muß sagen: Die Grafik vom ersten Leben ist schöner.
Im ersten Tutorial geht es um Kommunikation. Ich scheitere fast schon daran meinen Namen zu sagen. Dumm wenn man einen komplizierten Nachnamen hat. Das zweite Tutorial zeigt mir die Suchfunktion. Wie ich z.B. Land kaufen kann. Jetzt brauch ich nur noch Lindendollar und ich kann mir meine zweite Existenz auf einer schönen Palmeninsel aufbauen - oder so.
Im Tutorial Nummer drei werd ich darauf hingewiesen, dass ich mich auch einer Schönheitsoperation unterziehen kann. Also: Kinn breiter, Augen weiter auseinander, das Kinn flacher und bitte große Ohren. Hübsch ist das nicht aber zumindest einzigartig. Das tolle: Ich kann (zumindest im Tutorial) spontan mein Geschlecht wechseln. Super! Noch nie war eine Geschlechtsumwandlung einfacher :-)
Jetzt schnell weiter zum modernen Herrenausstatter. Leider kann ich darüber nicht mehrviel berichten, weil das Programm irgendwie abstürzte als ich in diese tolle Ritterrüstung schlüpfen wollte.
Nun, denn Schlußendlich muß ich sagen, dass ich mich in meiner neuen Haut sehr unwohl gefühlt haben. Die Steuerung ist irgendwie komisch, die Gehanimation erinnert an Models auf dem Laufsteg und die Grafik wirkt tröge und blass. Kurzum: Das Programm macht eher den Eindruck einer Testversion in der auf Schönheit und Bedienbarkeit noch keinen Wert gelegt wurde.
Zum meinem Bericht selbst muß ich sagen, dass ich nur kurz (ca. 45min) gelebt habe und dabei natürlich nur das Tutorial gesehen habe. Aber mein Ersteindruck sagt mir, dass ich mehr gar nicht sehen/erleben will. Und mir ist natürlich auch klar, dass ich auf den Hauptaspekt der Kommunikation nicht eingegangen bin. Aber wer geht denn schon zum Leute kennenlernen an einen Ort der den Charme einer Fabrikhalle hat? Ich nicht. Ok, 20.000 Menschen rund um die Uhr wohl schon.