
Open Source in der Schule
Donnerstag, Juli 19, 2007Seit einiger Zeit gehen viele staatliche Institutionen dazu über, dass eingesetzte Software offen dokumentiert, herstellerunabhängig und standardisiert sein muss.
Ich bin der Meinung, dass diese Forderungen, wie sie viele Institutionen für wichtig erachten, besonders auch für die Schule gelten müssen. Denn:
- Eltern/Schüler sollen Dokumente die sie z.B. von der Schulhomepage herunterladen mit einem Officeprogramm ihrer Wahl verlustfrei öffnen können. Dies ist z.B. beim DOC-Format nicht gewährleistet!
- Schüler sollen nicht ein System/Programm erlernen dass sie sich für zu Hause kaufen oder eben raubkopieren müssen, wenn es kostenlose Alternativen gibt. Schulsoftware muss deshalb lizenzkostenfrei sein auch wenn die Schule sie kostenlos bekommt.
- Schüler dürfen nicht in die Softwareabhängigkeit eines einzelnen Anbieters gedrängt werden! Interoperabilität und Migrationsmöglichkeiten müssen möglich sein und Alternativen ggf. im Unterricht behandelt werden.
- Schulische Dokumente müssen auch in vielen Jahren noch benutzbar sein. Dies ist nur bei offenen Formaten sicher gewährleistet.
- (Informatische) Bildung darf nicht monopolisiert werden, indem z.B. Schüler auf die Software eines Anbieters getrimmt werden.
- Freie Software spart teure Lizensierungskosten. Diese Ersparnis kann wiederum in professionellen Support fließen, der bisher oft auf der Strecke bleibt. Dies würde auch die Unsitte beenden, dass Informatiklehrer als Systemadministratoren missbraucht werden.
- Quelloffene Software ermöglicht, dass Experten das System warten können und selbst Eingriffe daran vornehmen ohne vom Anbieter abhängig zu sein. So wird auch die hiesige Softwareindustrie gefördert.
Ich glaube, dass diese Forderungen nur mit freier und offener Software voll erfüllt werden können. Und ich glaube, dass es möglich ist z.B. Linux in der Schule einzusetzten. Linux hat in den letzten Jahre derart enorme Fortschritte gemacht, dass es meiner Ansicht nach auch der DAU (dümmst anzunehmende User) bedienen kann - warscheinlich ohne, dass er merkt, dass er Linux benutzt (eine saubere Installation wie immer vorrausgesetzt!).
Genauso verhält es sich mit Office Programmen, Browsern, usw.
Die Welt der freien Software ist gerade in Sachen Bildung ganz vorne dabei und engagiert. Beste Beispiele: GeoGebra, geonext.
Es stellt sich mir die Frage, weshalb trotzdem fast flächendeckend Microsoft Pakete verwendet werden. Weil es jeder zu Hause hat (wenn auch raubkopiert)? Weil es die Software vom Anbieter für umsonst gab? Weil es etwa besser ist?
Ich glaube, dass die Zukunft der Informationsgesellschaft in freier und offener Software liegt, weil sie frei von Interessen einzelner Personen oder Firmen ist, das Prinzip “jeder kann mitmachen” verwirklicht, Bildung zum Allgemeingut macht, der Wettbewerb freier wird und auf Dauer die bessere Technologie entwickelt.
Deshalb besser jetzt gleich mitmachen.
http://fsub.schule.de/fsub/ziele.htm
http://ogobin.de/TCPA/villanueva_to_ms_de.html
editiert am 11.06.08