Archiv für September 2007

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Mobiler Computerraum

Donnerstag, September 27, 2007

Ich bin bin hellauf begeistert!
Gestern hab ich auf dem Gang einen Kollegen getroffen, der einen komischen großen weißen Kasten vor sich herschob. Auf eine kurze Nachfrage stellte sich heraus, dass es sich bei diesem Kasten um einen mobilen Computerraum handelte. Kurz gesagt: Eine Art fahrbarer Schrank gefüllt mit gut einem Dutzend Laptops für Schüler und Lehrer, einem Drucker, einem Beamer, einem DVD- und VHS Player. Man kann sagen der Himmel auf Erden … wie Weihnachten!

Die Laptops sind über Wireless Lan miteinander und mit dem Internet vernetzt. So können die SuS meistens zu zweit ohne großes Kabelwirrwar einen Laptop an ihren Platz holen. Von dort aus können sie (sobald es der Lehrer freigeschaltet hat) im Internet surfen und bei Bedarf auch drucken. Gängige Programme sind für jedes Fach (z.B. GEONExT für Mathe) bereits installiert und jeder Schüler hat einen eigenen Zugang.
Ich frage mich, ob es auch möglich ist, den Beamer durch einen Schülerlaptop zu anzusteuern. S. könnten so ihre Arbeitsergebnisse über den Beamer der ganzen Klasse präsentieren. Einen Schaltkasten dazu habe ich nicht gesehen. Aber vielleicht gibt es hierfür eine Softwarelösung.
Dumm ist nur wenn ein Schüler den Laptop am Ende zuklappt ohne sich abzumelden. Dann bleibt der Laptop gesperrt bis sich dieser abmeldet.

Am Montag werde ich bei meinen 8ern voraussichtlich die Binomischen Formeln einführen. Mal sehen ob ich hierfür diesen Wunderkasten einsetzen kann.

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Gesetzgebung per Wiki

Mittwoch, September 26, 2007

Gerade lese ich auf heise.de, dass in Neuseeland die Polizei ein Wiki online gestellt hat bei dem Bürger an einem öffentlichen Entwurf zum Polizeigesetz mitwirken können.

Ich halte das für eine tolle Möglichkeit wie die Ideen von Web2.0 für eine direktere Demokratie eingesetzt werden können. Gerne auch in Deutschland!
Es ist ja schon ganz gut, dass es ein paar Leute gibt die sich hauptamtlich mit der Meinungsvertretung beschäfftigen. Trotzdem ist das Volk einziger Souverän. Und ganz so doof ist es dann doch auch wieder nicht. Auch wenn ca. 10 Mio Leute täglich BILD lesen.

Ist vielleicht auch ne ganz nette Idee für die Schule. Stichwort Hausordnung.

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Wagenschein und Co.

Mittwoch, September 26, 2007

Gestern hat sich mein Betreuungslehrer in Physik als heimlicher Wagenschein Verehrer entpuppt. Martin Wagenschein ist ein Physiker, der in der Physikdidaktik einen alternativen und teilweise recht umstrittenen Ansatz zum herkömmlichen Ansatz, wie ihn warscheinlich so ziemlich jeder kennt, entwickelt hat.
Nach ihm soll Physikunterricht sokratisch, genetisch und exemplarisch sein.
Jedenfalls habe ich die Chance genutzt und einmal versucht das anzuwenden was Herr Laukenmann uns im ersten Semester hat versucht näher zu bringen. Da ich mein Fahrradkettenmodell doch noch nicht behandelt habe traf sich das ganz gut.
Inspiriert von Wagenschein plante ich also meinen Unterricht. Ich nahm mir dabei vor das FK-Modell ganz im Sinne Wagescheins zu behandeln. Das Wissen soll dabei in den SuS selbst entstehen (genetisch). Ich selbst trete nur als “unwissender Moderator” auf, der durch die richtigen Fragen das Wissen aus den SuS herauszukitzeln (sokratisch). Ob das FK-Modell im Sinne Wagenscheins exemplarisch ist sei einmal dahingestellt.
Leider haben sich meine tolle Überlegungen in der Praxis nicht so bewährt wie geplant. Sehr schnell bin ich wieder dazu übergegangen Dinge einfach zu “verraten” um mehr oder weniger möglichst schnell zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen anstatt die “Leere zu ertragen”. Zudem habe ich es als sehr schwer empfunden die richtigen Fragen zu stellen, sodass Wissen genetisch entstehen kann, ohne dass ich die Lösung vorweg nehme. Auch mein Betreuungslehrer meinte, dass ein Unterricht nach Wagenschein seiner Ansicht nach sehr schwer umzusetzen sei.
Aber ich glaube nichts ist unmöglich. In diesem Fall kann glaube ich Übung den Meister machen. Und ein Versuch war es allemal wert. Zudem habe ich nichts verloren, da die SuS den Stoff meiner Einschätzung nach trotzdem verstanden haben - wenn auch nicht genetisch ;-)

Schade, dass im Physikstudium Wagenschein zu kurz kommt.

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Was tun bei psychischen Krankheiten?

Dienstag, September 25, 2007

Heute war Gesamtlehrerkonferenz. Wir Praktikanten waren eingeladen dieser beizuwohnen.

Zu Besuch war auch eine Expertin des Sonderpädagogischen Dienstes.
Sie berichtete aus ihrer Erfahrung im Umgang mit psychisch kranken Schülern. Dabei betonte sie, dass statistisch gesehen gerade die Schüler der Realschule von psychischen Krankheiten besondes betroffen seien.
Sie machte deswegen den anwesenden Lehrern Mut stärker auf Auffälligkeiten von Schülern zu achten. Denn ihrer Beobachtung nach trauen sich Lehrer oft nicht auf solche Probleme zuzugehen. U.a. weil viele sich scheinbar in dieser Hinsicht als nicht Kompetent genug einschätzen. Dieses Selbstmisstrauen sei nicht nötig und stattdessen soll man möglichst schnell handeln. Denn je länger solche Krankheiten wuchern und nicht bekannt sind desto schwerer werden sie in der Zukunft wiegen.
Mögliche Probleme sind z.B. Schulbedingt (unter-/ überfordert), kulturell bedingt, Probleme von Zuhause.
Wenn Probleme, welcher Art auch immer, erkannt werden kann man sich (auch anonym) an versch. Stellen wenden und Hilfe holen. Z.B. Sonerpädagogischen Dienst, einen Schulpsychologen oder Beratungslehrer.
Einfach anrufen und nachfragen.
Außerdem empfahl sie das Buch Schulangst von Wolfgang Oelsner (Walter-Verlag, 2002)

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Verhalten beim Umgang mit problematischen Schülern

Mittwoch, September 19, 2007

An meiner Schule ist jeden Mittwochmorgen in der ersten Stunde eine Besprechung von Referendaren, Schulleitung und Praktikanten. Sozusagen ein Service der Schulleitung an uns Lernende. Dort können Dinge, die den Schulalltag betreffen, im kleinen Kreis besprochen werden.

Heutiges Thema war die Fragestellung, wie man sich bei Disziplinschwierigkeiten gegenüber der Klasse verhält. Wenn z.B. ständig die gleichen Schüler den Unterricht stören und die noch junge und unerfahre Lehrperson nicht als solche anerkannt wird. Ein Problem also vor dem warscheinlich nicht nur jedem Anfänger graut.
Es gibt warscheinlich mehrere Möglichkeiten dieses Problem zu lösen. Eine Möglichkeit die uns aufgezeigt wurde möchte ich kurz schildern:

Die “Störer” herauspicken und z.B. mittags mal ein personliches Gespräch mit diesen ansetzen. Wichtig ist, dass man sich selbst dabei auf einer Metaebene befindet und die Anfeindungen/Provokationen nicht persönlich nimmt. Die Schüler werden z.B. damit konfrontiert wieso sich sich so und so verhalten haben.
Überraschen und somit auch aus der Reserve locken kann man die Schüler z.B. damit, dass man bei dem Gespräch Gebäck und Saft o.ä. auftischt.
Gleichzeitig ist es wichtig, dass man in der Klasse die Engagierten stärkt und die Störer in ihrem Handeln isoliert. Dass also die Klassengemeinschaft das Verhalten ihrer Schüler missbilligt.
Dies erfordert aber wiederum Fingerspitzengefühl, dass die Störer nicht in ihrer Person missbilligt werden sondern nur ihr Handeln.

Es sei angemerkt, dass diese “Methode”, wenn man es so nennen möchte, weder den Anspruch auf Erfolg verhebt noch als DIE Methode für dieses Problem gelten kann. Schließlich sind Schüler keine Maschinen nach dem Input und Output Prinzip sondern frei denkende Menschen (vgl. Kognitive Theorien vs. Behaviorismus).
Außerdem kann ich nicht garantieren, dass das von mir Verfasste ganau dem entspricht was die Schulleitung gesagt hat.