Archiv für Oktober 2007

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Der Gang durch die Institutionen

Dienstag, Oktober 23, 2007

Irgendwann im Frühjahr hatte ich die glohreiche Idee zu meinen eigentlichen Fächern Technik, Mathe, Physik noch Informatik als Erweiterungsfach zu studieren.
Nachdem ich alles mit den zuständigen Informatikdozenten abgesprochen habe machte ich mich voll motiviert auf in’s Studiensekretariat um mich dort einzuschreiben. Schnell nochmal ein Abizeugnis beglaubigen lassen und schon konnte es losgehen.

Im Studisekretariat ging dann alles erstmal schnell: “Hi mein Name ist Guybrush Threepwood und ich möchte Informatiklehrer werden”. “Du musst drei Prüfugen bestehen!” ääh Nein anders: “Ja da müssen sie hier den Zettel ausfüllen und uns mit den Unterlagen wieder abgeben”. Das war schnell erledigt. Auf meine weitere Nachfrage ob’s das jetzt war und ob ich noch irgendwelche Zeugnisse zeigen muss (ich ahnte schon was) hieß es: “Nöö, der Studiengang ist schließlich zulassungsfrei.” Ich musste also nur noch das neue Semester abwarten und schon kann es losgehen.

Vier Wochen vor Semesterbeginn erreichte mich jedoch der Anruf, dass zur Zulassung noch mein Zwischenprüfungszeugnis fehlte. Dort müsse ich ein Schnitt von 2,4 haben. Sonst müsse ich mit verschiedenen Teilprüfungen nachweisen, dass ich mich verbessert habe. Nun, da ich im Zwischenprüfungszeugnis nur eine 2,7 hatte muss ich wohl die ganzen Teilprüfungen einsammeln.
Dummerweise, Schande über mein Haupt, hab ich die ganzen Scheine und Unterschriften für die Teilprüfungen noch nicht abgeholt. Es folgt also eine Ochsentour durch sämtliche Sprechstunden um die Scheine, etc abzuholen. Wegen dem Blockpraktikum konnte ich dies bis zum Semesterbeginn nicht erledigen.
Ich brauche also die Teilprüfungen in Technik und in EW.

Die TP1 in EW hab ich schon - zum Glück. Um die TP2 abzuholen brauch ich aber drei Unterschriften von diversen Seminaren. Hab aber bisher nur zwei. Es fehlt die vom Qualifizierten Baustein. Hab ich schon belegt muss ich aber noch unterschreiben lassen. Geh also in die erste Sprechstunde um die erste Unterschrift zu holen (Montag). Doch leider lehrt die Dozentin nicht mehr an der Hochschule. Der ehemalige Kollege den ich antreffe will versuchen, ob er da was machen kann - kann aber dauern.
Doch zum Glück hab ich nochmal ein QBS-Seminar belegt. Suche im Netz also die Sprechstunde des Dozenten raus und geh gleich hin (Mittwoch). Muss vor der Tür jedoch feststellen, dass die Sprechstunde jetzt Montags stattfindet - genau während dem dritten Block. Hab da eigentlich keine Zeit, trage mich aber trotzdem in die schon überfüllte Liste ein in der Hoffnung, dass ich vielleicht reinkomm.
Montags drauf gehe ich wieder in die erst genannte Sprechstunde. Tatsächlich hat der ehemalige Kollege es geschafft die Sache zu klären. Habe also meine Unterschrift für den QBS. Hurra! Die Sprechstunde die neuerdings Montags ist kann ich mir also sparen.
Jetzt auf zum nächsten Dozenten und die AT2 abholen. Die Sprechstunde ist Dienstags - trifft sich gut. Ich richte meinen ganzen Morgen auf diese Sprechstunde aus und komme extra früh um ja reinzukommen. Dort angelangt bin ich ganz erfreut, dass noch niemand vor mir da ist. Muss aber auch gleich feststellen weshalb: “Leider muss meine Sprechstunde am 23.10. aus beruflichen Gründen ausfallen”. Pech gehabt. Nächste Woche dann nochmal.

In Technik sieht die Sache ähnlich aus. Habe dort alle Teilprüfungen fertig. Eine Teilprüfung besteht aus drei Teilen bei jeweils unterschiedlichen Dozenten. Mit allen Unterschriften von allen Seminaren geht man dann zu nem Dozenten, der das ganze dann absegnet und an’s Prüfungsamt weiterleitet. Zu diesem geh ich deshalb als letztes um nicht zweimal anzustehen. Gehe also am Donnerstag zum ersten Dozenten und bekomme auch dank der tollen Archivierung gleich meine Unterschriften/Noten. Erfahre dort jedoch, dass das mit dem weiterleiten an das Prüfungsamt jetzt ein anderer macht. Muss also erst zu dem Dozenten zu dem ich ursprünglich erst am Schluss wollte. Doch zu dem kann ich erst wieder am Mittwoch. Damit ich dann zum letzten am Donnerstag kann um alles abzuschließen.

Sobald die dann das ganze an das Prüfungsamt gegeben haben, muss ich da möglich schnell zwei Zettel bekommen mit denen ich dann wieder ins Studisekretariat renn um nachzuweisen, dass ich würdig bin ein Erweiterungsstudium während dem aktuellen zu belegen.
Wie das ganze dann verrechnet wird ist mir allerdings völlig schleierhaft. Werden die Gesamtschnitte im Fach zu nem weiteren Schnitt verrechnet (Also ein Schnitt aus Schnitten)? Oder werden die einzelnen Teilprüfungen zu einem Schnitt verrechnet (genauer)? Oder ersetzen meine Teilprüfungen die Noten im ZP-Zeugnis (Womit z.B. die ZP in Psychologie wieder relevat wird)? Oder werden sie mit denen verrechnet? Wenn ja wie: mit dem Schnitt der Schnitte oder mit den einzelnen TPs? Wie wird was gewichtet?
Nun, vielleicht brauch ich mir da gar nicht so viele Gedanken machen, denn O-Ton Kommilitonin: “Die schaut da nur kurz drauf und sagt dann ‘Haja des langt’”

Abschließend muss ich aber natürlich gestehen, dass der ganze Stress auch zum Teil auf meinem Mist gewachsen ist, weil ich meine Unterschriften und Noten nicht schon lange abgeholt habe. Außerdem soll hier jetzt keine Dozentenschelte betrieben werden!
Trotzdem verdeutlicht das ganze schon ganz gut welch Chaos hier teilweise an der Hochschule herrscht und wie der Ist- und Sollzustand der Bürokratie oft weit auseinanderliegt - auch ohne schlampige Studenten.

Wer weiß eigentlich was man mit dem blauen Schein (Schulpraxis) anfängt? Weiß es seit einer Woche: Man tauscht ihn im Schulpraxisamt gegen einen sog. ‘Tauschschein’ den man dann in’s Prüfungsamt bringt. Dort muss man sich übrigens für die Anmeldung zur Prüfung anmelden.

Da fällt mir spontan mal wieder Asterix erobert Rom ein. Das ‘Haus das Verrückte macht’ (eine der letzten Prüfungen) sieht dem PH Gebäude auch erschreckend ähnlich.

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Frontalunterricht

Donnerstag, Oktober 11, 2007

Da fällt mir doch gerade noch etwas ein über das ich schreiben wollte.
Ich habe heute mal einen klassischen Frontalunterricht ausprobiert. An der Hochschule ist Frontalunterricht oft verpöhnt und muss oft als Methode die schlechte Lehrer einsetzen herhalten.
Ich denke, auch der klassische Frontalunterricht hat seine Daseinsberechtigung.
Aber folgende Erkenntnisse drängen sich mir nach dem Unterricht auf:

  • Er kann als Methode bei einem sehr schweren Thema hilfreich sein.
  • Manchmal kommt man nicht drumherum.
  • Ein guter Frontalunterricht muss genauso sorgfältig vorbereitet sein wie ein … äh … anderer.
  • Man muss irgendetwas dagegen tun, dass die Schüler “wegpennen”.
  • Man braucht Ersatzstimmbänder.
  • Und zu guter letzt: Ich bin nicht der Typ für Frontalunterricht. Wahrscheinlich fehlt mir dafür die nötige Eloquenz. Außerdem ist er wie ich finde auch langweiliger zum Unterrichten.
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Blogpraktikum

Donnerstag, Oktober 11, 2007

Morgen wird mein Blockpraktikum in Tübingen dem Ende entgegen gehen. Rückblickend betrachtet war es eine sehr schöne Zeit in der ich sehr viel gelernt habe. Ich konnte zum Teil manches das ich an der Hochschule gelernt habe ausprobieren. Nicht alles, weil zum Teil die Rahmenbedingungen nicht gegeben waren. So hätte ich zum Beispiel gerne viel mehr den Computer in meinen Unterricht einbezogen. Letztendlich scheiterte es wohl vor allem daran, dass ich keine Zeit gefunden habe mich mit den örtlichen Rechnerräumen bzw. -wägen vertraut zu machen. Das Blockpraktikum ist nunmal sehr stressig, weil man für einen Unterricht auch locker mal 4 Stunden Vorbereitungszeit braucht. Zudem ist es immer nicht ganz einfach in “vorgefertigte Strukturen” hineinzukommen.

Dieser Blog hat mich während der 4 Wochen gut begleitet und aber auch gefordert. So habe ich mein anfängliches Vorhaben jeden Tag etwas kurzes zu schreiben nicht ganz erreicht. Aber ich bin auch immer mit dem Gedanken im Unterricht gesessen was ich denn heute abend schreiben könnte. Leider hab ich diese Gedanken bisweilen nach ein paar Stunden wieder vergessen :-( Und oft war es einfach auch zu spät.
Aber ich habe beobachten können, dass solch ein Blog eine gute Möglichkeit ist gedanklich immer am Ball zu bleiben und gründlich zu reflektieren. Denn wenn man etwas schreibt möchte man ja kein Unfug schreiben und sich blamieren. Dies ist auch allgemein eine Stärke von Blogs. Schon mehrmals habe ich angefangen irgendwas zu schreiben um dann bei der Recherche dazu festzustellen: Das ist ja völliger Quatsch was du da schreibst.

Ein weiterer Aspekt, der mir in meinem Praktikum sehr deutlich geworden ist, ist die Arbeitsplatzsituation von Lehrern und der Geringschätzung von Bildung was sich sehr deutlich am Zustand der Schulen zeigt. Überfüllte Klassen, zu kleine Räume (ausgelegt für den Landesdurchschnitt von 25 Schüler), die Ausstattung der Räume, zu wenig Lehrer, etc.
Zum Teil kann man in Physik keine Schülerversuche machen, weil einfach zu wenig Material da ist. Dann macht man es halt am Pult …
So sehe ich für die Zukunft schwarz … Kinderland Baden Württemberg.

Um jetzt aber nicht mit solch trostlosen Worten zu enden - als Lehrer ist man ist schließlich Idealist - danke ich allen, die mich während der letzten vier Wochen in irgendeiner Form unterstützt haben.

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Bionik vor der Schultür

Donnerstag, Oktober 11, 2007

Heute morgen fiel mir direkt vor meiner Schule ein Busch auf an dem wohl mehrere Spinnen ihr Tagwerk getan haben. Er war übersäht mit vielen Spinnennetzen. Ich habe mit meinem Handy sofort ein paar Bilder geschossen:

Spinnennetz Spinnennetz

In Worten: Das Spinnennetz überzog den Busch, angeknüpft an viele Ästchen mit einem dichten Netzdach. Zudem herrlich mit Morgentau überzogen. Ein Anblick für die Götter!
Sofort musste ich an Analogien in der Bautechnik denken. So ist z.B. das Dach des Münchner Olympiastadions bei den Spinnen abgeschaut. Oder auch die im Volksmund trefflich bezeichnete “Spinne” der PH Ludwigsburg. Spinnen sind einfach tolle Tiere!

Spinne

Das ganze nennt sich dann Bionik. Technik, die ihre Ideen aus der Natur entnimmt.
Es gibt viele weitere Beispiele dazu:

  • Das Flugzeug –> Vogel (erst Da Vinci dann Liliental)
  • Der Klettverschluss –> von einer Pflanze
  • Der Echolot –> von den Delphinen
  • Der Propeller –> Diese Früchte vom Ahornbaum
  • Wer kennt noch weitere Beispiele?

Da ich morgen noch ein Block Technik bei meinen 8ern unterrichte, werde ich die günstige Gelgenheit nutzen und fern vom eigentlichen Thema “Technisches Zeichnen” einen kleinen Lerngang über Bionik machen.
Ich erhoffe so bei meinen Schülern ein tieferes Verständnis von Technik zu schaffen. Ganz auch im Sinne des Mehrperspektivischen Ansatzes unserer Päpste Wilkening und Schmayl.

Grüße an meinen Kommilitonen Jörg, der über dieses schöne Thema seine Zula schreibt :-)

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Dünne Luft im Klassenzimmer

Dienstag, Oktober 9, 2007

Irgendetwas ist mit einer meiner Klassen los. Die Stimmung in der Klasse ist gerade sehr seltsam. Im Unterricht wirkt sich das jedoch nicht direkt aus. So war die Mitarbeit in den letzten Stunden sehr gut. Und die Schüler verhalten sich auch nicht sonderlich auffällig - untereinander. Aber irgendeine sonderbare Stimmung liegt in der Luft. Etwas das man nicht einfach so greifen kann. Doch die Atmosphäre in der Klasse ist gerade sonderbar kühl. Oder täusch ich mich?
Vielleicht ist etwas an der Klassengemeinschaft faul. Extreme Cliquenbildung? Überzogener Lokalpatriotismus? Oder sogar Mobbing? Und die Pubertät tut natürlich sein übriges.
Es ist Schade, dass man im 4-wöchigen Blockpraktikum gerade dann gehen muss, wenn man eine Klasse gerade erst kennengelernt hat.