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Schulische und Anthropologische Bedingungen

Montag, Oktober 1, 2007

Schule kann manchmal frustrierend sein.
Beim heutigen Matheunterricht hat mir der Unwille meiner SuS einen schönen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich glaube nicht, dass ein Großteil der Klasse nicht wusste, wie man die gestellte Aufgabe löst. Ich glaube eher die meisten hatten ganz einfach keine Lust ihre grauen Zellen anzustrengen.
Dabei versucht man die SuS immer wieder mit abwechlungsreichen Methoden, Aufgaben, etc zu besänftigen und zu motivieren, anstatt langweiligen Frontalunterricht zu halten bei dem alles vorgekaut wird.
Heute hatte ich aber das Gefühl, dass manchen das lieber ist anstatt selber zu denken. Wenn man’s dann erklärt verstehen es nämlich die meisten. Nur selber draufkommen wollen sie nicht – obwohl es wirklich einfach war und genau das gleiche Lösungsprizip in der vorigen Stunden schon benutzt wurde.
Man ist aufgrund solcher Erfahrungen schon sehr dazu verleitet einfach zu sagen “ Na dann kau ich euch halt alles in Vorlesungsmanier vor. Das macht’s von der Vorbereitung einfacher“. Aber man hat ja auch einen Anspruch an sich selbst tolle Methoden, Unterrichtsformen, etc auszuprobieren.
Aber man muss beachten, dass viele schulische und menschliche Faktoren in eine Unterrichtsplanung miteinfließen. Das sind die institutionellen und anthropologischen Bedingungen, die man im Unterrichtsentwurf immer so schön reinschreiben soll.

  • Ist die Klasse solchen Unterricht, solche Aufgaben, solche Methoden, etc gewöhnt? Gruppenarbeit muss „gelernt“ werden. Sonst geht eine GA-Stunde gerne auch in die Hose.
  • Wie ist die Klassenkonstellation? Störer, Grüppchen, …
  • Wie ist die Klasse im Allgemeinen gerade „so drauf“?
  • In welcher Stunde findet der Unterricht statt? Am Montagmorgen sind die SuS noch im WoE und Freitag in der 5ten und 6ten schon im WoE.
  • Pubertät! In 8 und 9 ganz schlimm.
  • Und natürlich: Die Lehrperson selbst.

Nun, jedenfalls ist es auch einmal eine Herausforderung eine solche Klasse zu unterrichten. Die Klassen im Tagespraktikum sind meiner Erfahrung nach oft sehr „optimiert“.

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