Archiv für November 2007

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IT-Fitness II

Donnerstag, November 29, 2007

Leider habe ich in meinem vorletzten Beitrag den IT-Fitness Test an einer Stelle zu Unrecht verdächtigt schamlose Microftwerbung zu betreiben.
Konkret betrifft das die Frage: “Welche Eingabe führt zur Webseite der Firma Microsoft?”
Ich, als Firefoxuser, war der Meinung, dass man mit allen angeführten Antworten (Häkchenfrage) auf die Homepage von Microsoft gelangt.
Ich weiß von den 4 Antwortmöglichkeiten leider nur noch 2 sicher, war damals aber der Meinung, dass man mit allen 4 die MS-Seite erreicht:

  1. www.microsoft.com
  2. microsoft
  3. (evtl.) microsoft.com
  4. (evtl.) www.microsoft

Leider hat sich mein Verdacht heute an der Hochschule in (fast) nichts aufgelöst, als ich mit dem Internet Explorer 7 versuchte durch die schlichte Eingabe von “Microsoft” in der Browserzeile deren Homepage zu erreichen. Es funktionierte nicht. Ich landete auf google mit der MS-Seite als erstes Suchergebnis. Auch nicht schlecht aber in bezug auf die gestellte Frage nur halb richtig und genau genommen falsch! Halb richtig, weil man die Seite über einen Umweg durchaus erreicht.

Leider war ich vom Firefox aus purer Faulheit gewöhnt durch solche Eingaben unbekannte Seiten direkt zu finden und zu erreichen. Z.B.: amd, test und ganz aktuell “bierkeller tübingen”
Merke: Als Firefoxuser hast du beim IT-Fitness Test mindestens einen Punkt weniger!

Ich könnte jetzt noch drauf eingehen, dass man deshalb im Informatikunterricht grundlegende Prinzipien unterrichten sollte und nicht nur Anwendungsspezifisches Wissen, das dann damit verknüpfen, dass es in der Schule um eine allgemeine Bildung geht (von Exemplarität kann hier keine Rede sein) und auch damit dass SuS ein Recht auf Programmunabhängige Bildung im Sinne von Wahlfreiheit haben usw.
Will ich jetzt aber gar nicht, sondern lass das obige einfach mal so im Raum …äh der Blogspäre stehen. Soll sich jeder seine eigene Gedanken machen.
Das andere gibt mal einen größeren Beitrag über den ich noch ein wenig sinnieren muss ;-)

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Rechtsverwirrung

Montag, November 26, 2007

Manchmal, wenn ich bei Konzerten meiner Band auf der Bühne stehe, wundere ich mich mich wie das Publikum begeistert mitsingt. Obwohl ich mit Sicherheit weiß, dass wir in dieser Stadt bisher vielleicht an die 15 CDs verkauft haben (In unserem Stadium weiß man das noch). Bei ca. 30 mitsingenden Leuten geht die Rechnung einfach nicht auf. Mein Tipp: Ein klassischer Fall von Privatkopie.
Manchmal gestehen auch vereinzelte Fans schamerfüllt unsere CD gebrannt zu haben. Ich klär die Leute dann immer auf, dass ihr Tun völlig legal war. Die Industrie tut nur immer so als ob alles kopieren verboten sei. Dabei hat man das Recht z.B. Musik privat zu kopieren und auch in seinem Bekanntenkreis in kleiner Stückzahl weiterzugeben- solange man keinen wirksamen Kopierschutz umgeht. Man zahlt sogar dafür! Und zwar beim Kauf jedes Rohlings und des zugehörigen Brenners.
Nebenbei: Ich als Musiker habe überhaupt kein Problem damit, wenn sich jemand unsere CD brennt anstatt sie für faire 10€ zu kaufen (Ihm entgeht dabei natürlich ein klasse Booklet). Hauptsache er hört unsere Musik, kommt zu den Konzerten und singt weiter fleißig mit. Die Branche entwickelt sich meiner Einschätzung nach eh weg von der CD hin zu Livekonzerten. Früher hat ging man auf Tour um die Platte zu verkaufen. Heute produziert man eine Platte um ein Grund für eine Tour zu haben.

Die ZEIT hat zu diesem Thema in Kooperation mit irights.info für Lehrer kostenloses Lehrmaterial mit dem Namen Medienkunde erstellt. In einem Kapitel geht dabei um Urheberrechte, da dieses Thema auch in der Schule immer aktueller wird. Sei es beim selbstgedrehten Schulfilm mit der Hintergrundmusik von Band xy, bei der Frage ob das Referat ein Plagiat war oder welche Bilder in die Schülerzeitung dürfen.
Auch im privaten Bereich der Schüler ist dieses Thema mittlerweile sehr brisant, da Computer Einzug in Kinderzimmer genommen haben. Was darf man? Welche CD darf ich brennen und welche nicht? Und wie ist das eigentlich bei Software? Wieso ist z.B. OpenOffice dann umsonst?

Ein Auszug mit dem Kapitel über die Urheberrechte kann man hier runterladen.
Viele, viele weitere Informationen kann man sich auf der Homepage von iRights.info besorgen, auf die ich in Bezug auf obiges auch verweisen möchte, da ich keine Gewähr auf die Richtigkeit geben kann. Ich habe zudem bewusst vereinfach!

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IT-Fitness

Dienstag, November 20, 2007

Seit einiger Zeit existiert im Internet eine Seite auf der man seine IT-Fitness testen kann. Das ganze mit dem Ziel um festzustellen ob man fit im Umgang mit dem Computer für die Arbeitswelt ist. Dieser Test richtet sich besonders auch an Lehrlinge. Das ganze basiert auf dem Programm „Skills for Employability“ der EU-Kommission, Microsoft und weiteren Industrievertretern. Das Ziel ist: “Bis zum Jahr 2010 [...] in Deutschland vier Millionen Menschen grundlegende IT-Kenntnisse vermitteln”. “Die Förderung elementarer IT-Kenntnisse” sollen dabei dem gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland nutzen.

Nun habe ich selbst den Test einmal ausprobiert. Man hat ja immerhin ein wenig Ahnung von Computers und so.
Nach ca. 40 Fragen musste ich feststellen, dass der Test eine einzige Farce ist! Das abgefragte Wissen bezieht sich sich zum großen Teil auf spezielles Anwendungswissen, welches man nur haben kann, wenn man eine spezielle Software benutzt. So tauchen sehr oft Fragen der Form “Wo muss man klicken” auf.
Beispiele:

  • Sie möchten eine neue Netzwerkverbindung herstellen. Worauf können Sie dazu klicken?
  • Wo können Sie festlegen, dass die Taskleiste automatisch ausgeblendet wird?
  • Worauf können Sie klicken, um die Mauseinstellungen zu ändern?
  • Sie möchten mit einem Textverarbeitungsprogramm einen Brief schreiben. Worauf klicken Sie, um das Programm zu starten?
  • Wo können Sie im Diagramm-Assistent klicken, damit das Diagramm als eigenes Tabellenblatt in der Arbeitsmappe eingefügt wird
  • Sie möchten in Outlook eine neue Mailingliste erstellen. Worauf können Sie klicken?
  • Sie möchten eine wichtige E-Mail versenden. Worauf müssen Sie in der Symbolleiste klicken, damit Ihre E-Mail mit Wichtigkeit ‘Hoch’ gesendet wird?

Totaler Blödsinn natürlich, wenn man eine andere Software für die gleiche Aufgabe benutzt. Denn da sitzt der Knopf nunmal woanders und sieht vielleicht auch anders aus, kann aber das gleiche. Viel wichtiger, als dass man weiß wo welcher Knopf sitzt ist doch das grundlegende, prinzipielle Vorgehen und nicht das spezielle!
Bei der Fülle an Programmen (die auch gerne schnell veralten) ist es heutzutage daher unerlässlich, dass z.B. Textverarbeitung unabhängig von speziellen programmspezifischen Bedienungsabläufen gelehrt wird. Die Frage ist also nicht wo in der Symbolleiste ein Knopf ist sondern was man gerade eigentlich tut und welche Funktionen einem zur Verfügung stehen. Denn in zwei Jahren oder auf einem anderen Computer in dem die Symbolleiste anders eingestellt ist, ist der Knopf vielleicht wo anders. Wo diese Funktionen sich befinden ergibt meistens aus der Logik der Bedienbarkeit eines guten Programmes.

Zum großen Teil fragt der Test aber Klickabläufe ab, die man auch durch stupides nachklicken erlernen kann. Stupide Bewegungsabläufe hat Ivan Pawlow auch schon einem Hund beigebracht und dadurch einen wesentlichen Beitrag zur Lernpsychologie geleistet. Doch von IT-Fitness kann hier keine Rede sein. Der Behaviorismus taugt wohl um einfache Verhaltensmuster bzw. Lernvorgänge zu erklären, aber um ein komplexes menschliches Verhalten zu erklären bedarf es doch mehr als schlichte Input-Output Blackbox-Theorien. Scheinbar gibt sich der Test damit aber zufrieden und setzt ganz auf stupide Nachklickorgien. Denn schließlich sollen in mancher Leute Augen Menschen einfach funktionieren und nicht denken.

<klingel> “Wo musst du klicken um den Knochen zu bekommen? Komm ich zeigs dir.”
“Jetzt du” <klingel>
<klingel> “Ha, jetzt weißt du’s ja schon. Du bist ja voll fit im IT Bereich!”
Nachklickorgien funktionieren übrigens schon. Mein Vater bedient so seinen Computer. Aber wehe die Verknüpfung zum Browser sitzt mal woanders auf dem Desktop …

Aberundet wird der Test schließlich mit der Frage: “Welche Eingabe führt zur Webseite der Firma Microsoft?” Es folgt eine Liste möglicher Browsereingaben wie man Microsoft finden kann.

Trotz der Misere orakelt Hanns-Eberhard Schleyer, Mitglied im Beirat und Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, frohen Mutes: “Es hat Tradition im Handwerk, dass seine Mitarbeiter schon heute an den Antworten auf die Fragen von Morgen arbeiten.”
Allerdings zweifel ich daran, dass die Antworten von morgen beantwortbar sind wenn die Fragen von morgen sich wieder komplett ändern, weil eine neue Version von was auch immer auf dem Markt ist und der Knopf wo man die Maus einstellt jetzt eben anders aussieht. Die Antworten von heute mögen da kaum helfen. Leute die in diesem Test gut abgeschnitten haben laufen jedenfalls in Gefahr diese Fragen von morgen nicht beantworten zu können, weil sie trotz Klickwissen mit gut oder sogar sehr gut abgeschnitten haben.