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Musikvertrieb in Netz

Dienstag, Januar 8, 2008

Im vergangenen November hab ich einige Zeit im Pfullinger Artist Tonstudio verbracht. Der Grund war die aktuelle EP meiner Band “Herr Stilz seine Freunde“.
Herausgekommen sind dabei 4 Lieder. Die gab’s zwar auch schon davor aber jetzt auch in medialer Form.
Es ist schön, wenn man, nachdem alles fertig aufgenommen, gemischt, gemastert ist, das Gefühl hat, dass das das Beste ist was man bisher fabriziert hat.

Damit auch andere in den Genuss kommen haben wir ein Lied davon schonmal bei Myspace hochgeladen.

Desweiteren haben wir viel überlegt, wie wir die Platte vermarkten können. Zum einen erscheint die EP als Split-EP mit den wunderbaren Sugarbird aus Darmstadt. Zum anderen soll diese EP vor allem über’s Internet vermarktet werden. Da wir das Gefühl hatten, dass der letzte Deal mit Motor Digital nicht so “der Bringer” war versuchen wir es diesesmal wieder in Eigenregie.

Dazu wird es für die EP ein Portal geben über das man alle Lieder herunterladen kann und per Eingabefeld selbst entscheiden kann wieviel man zahlen möchte. Einschließlich 0€. Je nachdem welchen Betrag man eingegeben hat bekommt man verschiedene Zahlungsmöglichkeiten (oder eben auch keine) angzeigt. PayPal lohnt sich z.B. erst ab einem gewissen Betrag. Danach bekommt man seinen Downloadlink. Leute, die etwas bezahlt haben bekommen zudem, nachdem die Zahlung eingegangen ist, einen Zugangsschlüssel zu einem gesperrten Bereich in dem es noch weitere Schmankerl zum freien Download gibt. Wir planen z.B. Unplugged Aufnahmen, Videos, o.ä.
Zusätzlich zum Downloadangebot wird es aber auch eine physische Version auf CD geben, die es bei Konzerten zu kaufen gibt.

Warum machen wir das?

  • Wir wollen was Neues versuchen.
  • Wir wollen vor allem, dass mehr Leute unsere Musik hören.
  • Wir glauben an die Gleichung (viele-Leute-mit-wenig-Geld = wenig-Leute-mit-viel-Geld)
  • Der Gedanke, dass der Käufer den Preis selbst bestimmen kann gefällt uns.
  • Wie alle Bands, die das machen, sind wir natürlich auch scharf auf das Medienecho.

P.S.: Ich habe auf der Platte eine neue Anschlagtechnik (für E-Bass) ausprobiert. Nichts weltbewegendes aber ziemlich cool. Im Prinzip greift man einfach einen Quintakkord mit dem ersten und dritten Finger (Powercord ohne Oktave). Dazu mit dem Plektrum die Saiten von oben stark anschlagen. Wie gesagt nichts weltbewegendens aber ich hab immerhin ein paar Jahre gebraucht um das zu entdecken. Und ich hab bisher auch niemand gesehen der das so verwendet ;-)
Klingt auf den unteren Saiten (E und A) in den höheren Bünden (4- 10) abartig fett! In den zu tiefen Bünden klingts dagegen wummrig und zu hoch ists nicht fett.
Wenn man das richtig und vor allem beherzt macht hat man einen Sound, der durch Mark und Bein geht. Vorrausgesetzt der Bass ist sehr gut gestimmt ;-)
Die Technik bringts vor allem an tragenden Stellen. Wo man sich so in die Musik reinlegen kann und alles um einen herum verschwimmt bzw. einfach nicht mehr da ist.

3 comments

  1. In einer der letzten c’t Ausgaben war auch ein interessanter Artikel. Es ging darum, dass die Musikindustrie den Weg ins Netz total verschlafen hat und wie nun Musiker selbst in Eigenregie ihr Programm attraktiver zu machen versuchen, um den illegalen Downloads Herr zu werden. Den Ansatz mancher fand ich klasse. Z.B. hat Nine Inch Nails (ich hoffe, die waren das auch …) Teil aus ihren Musikstücken frei verfügbar gemacht, die dann von Usern neu zusammengestellt werden konnten. Vielleicht überlegen sich “Herr Stilz und seine Freunde” auch was in der Richtung ;-) Wenn Du magst bring ich Dir den Artikel mal mit.


  2. Ja in der Musikwirtschaft rumort es seit geraumer Zeit. Die Majors rennen verlorenen Pferden hinterher und an anderer Stelle stehen viele neue Ideen. Was schließlich Erfolg haben wird, wird sich dann in ein paar Jahren zeigen. Hoffen wir, dass sich Qualität durchsetzt.
    Jedenfalls ist die ganze Entwicklung gerade sehr interessant. Gerade auch durch Web 2.0 und solchen Geschichten.


  3. Die Dänen machens vor:
    http://www.golem.de/0801/57183.html
    Ein Artikel darüber, dass in Dänemark das erste unter Creative-Commons lizensierte Album herausgebracht wurde. Sehr interessant zu lesen.


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