h1

Lokale Betriebssysteme sind doch out

Dienstag, April 29, 2008

Google geht mir auf den Wecker! Irgendwie ist mir in letzter Zeit aufgefallen, dass Google theoretisch über meine komplette Persönlichkeit bescheid weiß. Ein Indikator zu dieser Erkenntnis war, dass Google in seinem Mailangebot am oberen Bildschirmrand immer öfter Werbung brachte, die sich direkt auf den Inhalt der Mail bezog. Mitunter auf sehr persönliches. Dinge, die Google eben wirlich nichts angehen. Dinge, die vielleicht auch nicht jeden Bekannten etwas angehen. Fairerweise muss man sagen, Google macht nur das, was ich ihnen erlaubt habe. Lange Rede kurzer Sinn: Ich will weg von dieser Datenkrake.

Dummerweise sind die Dienste von Google einfach genial. Es muss also ein Ersatz her, der zumindest möglichst nah ran kommt.

Insgeheim träume ich ja von einem virtuellen Schreibtisch im Internet. Ein Arbeitsplatz also, an dem ich alles von jedem Computer aus ohne große Vorraussetzungen erledigen kann. Natürlich web2nullig mit Kooperation und so. Es gibt zwar viele Dienste, die tolle Tools anbieten, allerdings will ich alles zusammen und einheitlich haben (googleapps, zoho, …?). Da besteht aber sofort das Problem, dass ein Dienst alleine gesammelt meine Daten hat. Will ich aber nicht. Besonders nicht zu Benutzungsbedingen wie bei Google. Näheres dazu bei Wolfgang Neuhaus.

Ich habe mir deshalb mit einem Kumpel überlegt, dass wir uns einen Root-Server anschaffen auf dem wir unser eigener Dienstleister sein können. Mit Mailserver, Webserver, usw.

Bei vielen Groupwareprodukten (egroupware, citadel, horde) fehlt mir dabei leider die Funktionalität, die ich von Google gewöhnt bin. Hauptsächlich vermisse ich z.B. eine Autovervollständigung von Emailadressen. Wer führt denn heutzutage noch ein Emailadressbuch? Ich jedenfalls nicht.

Bei der Suche nach anderen geeigneten Programmen bin ich auf eyeOS gestoßen. Eine Art Betriebssystem für den Browser. Basiert dabei wie Googleapps auf AJAX. Das macht das ganze schön interaktiv und ermöglicht Dinge wie die Autovervollständigung. Man installiert die Software also auf dem Webserver und hat, so wie ich mir das vorstelle, an jedem Rechner (auch Palm, etc.) sein eigenes Betriebssystem mit den wichtigsten Programmen, die man zum vernetzten Arbeiten benötigt. Lokale Ordner können dabei mit Ordnern auf dem Server synchronisiert werden. Ein erster Blick verspricht viel Gutes - Tolle Funktionen, Durchdacht und Hübsch. Witzig, jedoch irgendwie sinnlos finde ich den Browser im Browser. Schön wär’s, wenn man dieses “Betriebssystem” direkt beim Anmelden am System als Oberfläche auswählen könnte. Also anstatt GNOME, KDE, o.ä.
Ich werde die Software wohl in den nächsten Wochen auf nem lokalen Webserver testen und dann vielleicht mal mehr dazu schreiben.

Falls jemand tolle Software kennt, die meine beschriebenen Anforderungen erfüllt würde ich mich über einen Hinweis freuen. Natürlich nur freie Software.

5 comments

  1. Zum Thema Google hab ich doch hier gleich was für Dich:
    http://www.golem.de/0804/59363.html


  2. Die eigene Installation hat natürlich einen Nachteil: Man verzichtet auf die Social-Networking-Features, es sei denn, man kann andere Leute dazu bringen, ebenfalls diese Tools zu verwenden…


  3. Es müsste halt die Möglichkeit geben, anderen Leuten z.B. durch ein Passwort Zugang zu bestimmten Dokumenten zu gewähren. Also ohne, dass diese im System drin sein müssen.


  4. Ich finde die Grundidee super. Hackt der Krake die Arme ab (oder kürzt diese ein wenig). Allerdings stimmt natürlich auch der Einwand von cspannagel, von wegen Social-Networking. Aber vielleicht will das eben auch nicht jeder. Wobei ich denke, dass so ein Parallelding gut wäre. Man kann sich reinstürzen ins große Netz, man muss aber nicht unbedingt, um seiner Arbeit nachzugehen.


  5. Leider hab ich die Software noch nicht getestet. Ich kann deshalb auch nicht viel über die Funktionen sagen.

    Ich glaube es ist allegemein ein Problem, dass viele Web2.0 Tools gar nicht so Webzweinullig sind wie sie scheinen.
    Zum Beispiel Google oder Zoho. Meines Wissens kann man nur mit Leuten kollaborieren, die ein Googlekonto haben. Kann man mit GoogleDocs auf Dokumente von Zoho zugreifen? Ich glaube nicht.

    Es wäre schon, wenn kooperatives Arbeiten über’s Netz unabhängig vom Anbieter möglich wäre.
    Mich nervt es eh, dass ich für jedes andere tolle Feature auf eine andere Seite muss.
    Natürlich sind All-in-One Lösungen Träumerei. Aber vielleicht entwickelt sich das ganze ja irgendwann so, dass die Dienste besser MITEINANDER funktionieren. Das Web2.0 steht immerhin für Miteinander und nicht für Gegeneinander.


Kommentar schreiben