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Simulation einer mündlichen Prüfung in EW

Dienstag, Mai 20, 2008

Ich durfte heute in einem Erziehungswissenschafts-Seminar eine Prüfungssimulation beobachten. Dafür hatte der Dozent extra eine Studentin engagiert, die die Prüfung schon hinter sich hatte.
Zusammen mit einer anderen Dozentin simulierten die Drei dann eine Prüfung, wie sie „in echt“ stattfinden könnte. Im Folgenden möchte kurz ein paar Dinge erwähnen, die mir bei der Beobachtung aufgefallen sind. Ich versuche dabei möglichst allgemein zu bleiben. Die Prüfung fand allerdings im Rahmen einer EW-Diplomprüfung statt. Umfasste jedoch nur 20min statt 30min, da ein Schwerpunkt ausgelassen wurde. Es können natürlich zu Lehramtsprüfungen Unterschiede existieren!

  • Die Studentin beginnt nach den üblichen Floskeln die Prüfung mit einer kurzen Einführung, wie sie in der Vorbereitung ihre Schwerpunkte gesetzt hat. Der Prüfer geht auf genannte Stichworte ein und bittet diese genauer auszuführen.
  • Der Prüfer fragt, wie Autoren aus der Literaturliste bestimmte vorher genannte Sachverhalte beschreiben, z.B.: „Was versteht xy unter Realität“.
  • Prüfer stellt auch direkte Fragen im Stile von Frage-Antwort.
  • Prüfer fragt nach Thesen aus der Forschung.
  • Prüfer lässt Quellen aus der Literatur vergleichen.
  • Weitere Möglichkeiten, die der Prüfer später genannt hat sind (je nach zur Verfügung stehender) Zeit): Zitate aus Büchern interpretieren lassen; Bilder, etc zeigen.

Im anschließenden Gespräch wurde festgestellt, dass die Prüfung zwar sehr realistisch, wohl aber relativ schwer war, da viele Transferfragen gestellt wurden. Diese sind natürlich schwieriger und seien, so die Studentin, auch „schwerer vorzubereiten“.

Im Anschluss wurden noch verschiedene Taktiken zur Vorbereitung und für die Prüfung selbst erörtet:

  • Am besten ist es, sich in Gruppen vorzubereiten. Man hat so z.B. schon verschiedene Sachverhalte und Fragen verbal beantwortet.
  • Es ist wichtig, sich allgemein als auch speziell vorzubereiten (wie manche Fragen zeigen).
  • Es kann ein Vorteil sein, den Einstieg selbst zu übernehmen (wie hier geschehen). Man kann auf diese Weise „Reizworte“ unterbringen und man kommt ins Sprechen hinein. Solch einen Einstieg kann man gut vorbereiten. Wichtig ist aber keine Reden zu halten!
  • Sich nicht von der Körpersprache der Prüfer irritieren lassen. Ein Haareraufen oder heimliches Gähnen muss nicht negativ gemeint sein, sondern kann auch darauf hinweisen, dass der Prüfer zuvor schon 7 Prüflinge über genau das gleiche Thema hatte.
  • Bei unklaren oder akustisch schlecht verständlichen Fragen ruhig nochmal nachfragen.
  • Falls der Dozent eine Wissenslücke entdeckt hat, ist das nicht der Weltuntergang. Man kann dann einfach sagen, dass man dazu nichts sagen kann und sich die Zeit für Dinge aufheben, bei denen man wieder auftrumpfen kann (Kompensation). Jedenfalls nicht stottern, stammeln und Mist erzählen. Ein guter Prüfer bohrt hier auch nicht weiter. So kann unter Umständen trotzdem noch eine sehr gute Leistung erbracht werden.
    Trotzdem kommt es immer auch darauf an wie „schlimm“ die Lücke ist!

Das Geschriebe basiert natürlich nur auf einer von mir beobachteten (gestellten) Situation. Ich kann deshalb für nichts eine Garantie geben, denn jede Prüfung läuft anders ab!
Ich hoffe aber ich konnte meinen Eindruck weitergeben, wie so eine Prüfung aussehen könnte.

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