Archiv für die Kategorie ‘Information’

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Don’t panic!

Donnerstag, Oktober 23, 2008

Vor einiger Zeit bekam ich an einem verregneten Tag Besuch von einer für Hausbesuche bekannten Glaubensgemeinschaft, die sich nach meiner Sicht zum aktuellen Weltgeschehen erkundigte. Ich weiß nicht, ob die Frau über meine doch sehr optimistische Einstellung zu den Dingen überrascht war oder nicht. Dieser misslungene Einstieg hielt sie jedenfalls nicht davon ab mir trotzdem Hilfe,Trost und Orientierung in diesen schrecklichen Zeiten anzubieten. Um der Frau diesen verregneten Tag doch noch ein wenig erfreulich zu machen nahm ich ihr eben ein Wachturmexemplar ab, welches mir grüne Wiesen und mit Bären spielende Kinder versprach.

Heute stoße ich auf meinem täglichen Internetrundgang auf den Hohenheimer Aufruf zur Finanzkrise. Ein Aufruf von 20 Hohenheimer Professoren (die sich in diesem Thema wahrscheinlich recht gut auskennen), wie sich Banken, Politik, Wissenschaft, Unternehmen, Medien und Bürger in diesen Zeiten verhalten sollten. Obwohl ich mich in Finanzfragen überhaupt nicht auskenne und diesen Aufruf somit auch nicht bewerten kann, ist mir bei der Lektüre wieder eines klar geworden, was schon seit Jahren ein berühmter Reiseführer propagiert:

Don’t panic!

Der Grund liegt in den Self-fulfilling Prophecies. Kurz gesagt: Das, was ich glaube erfüllt sich. Wenn wir also scharf auf eine ausgewachsene Finanz- und Wirtschaftskrise sind, müssen wir nur weiter Panik schüren und Massenangst verbreiten. Von einem ähnlichen Effekt profitieren übrigens auch Terroristen: Massenangst und Panik durch übertriebene Berichterstattung und unsinnige „Anti-Terror-Gesetze“.

Bitte übernehmen sie Verantwortung! Und zwar … jetzt.

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Gütekriterien für gute Darstellungen von Daten

Dienstag, September 30, 2008

Auf die irreführende Darstellung von Sachverhalten durch geschickte Manipulation von Diagrammen habe ich ja schon vor ein paar Wochen hingewiesen. Nun habe ich bei der Lektüre von Prüfungsliteratur Kriterien für gute Darstellungen gefunden. Da man in Zeitungen, Fernsehen, etc. ja ständig mit grafischen Darstellungen konfrontiert wird will ich diese Kriterien hier kurz notieren:

  • Die y-Achse beginnt bei Null und ist gleichmäßig eingeteilt (siehe Link oben).
  • Die x-Achse ist gleichmäßig eingeteilt. Der in dem Bildausschnitt dargestellte Bereich der x-Werte ist möglichst sachangemessen gewählt.
  • Die durch die verwendeten Symbole dargestellten Maße sind proportional zu den Zahlen, die sie darstellen sollen.
  • Alle Festlegungen von Achsenausschnitten, Einheiten usw. sind möglichst wenig willkürlich, sondern liegen durch die Fragestellung inhaltlich nahe.

Quelle: Büchter, A. & Henn, H.-W. (2005). Elementare Stochastik. Berlin, Heidelberg: Springer.

Ich halte es für immens wichtig, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, da man sonst unter Umständen zu schnell falschen Informationen auf den Leim geht.

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Aussagen von Diagrammen

Mittwoch, Juli 23, 2008

Der Klima-Lügendetektor hat in einer bekannten deutschen Zeitung eine Anzeige einer bekannten Automarke entdeckt.

Wenn man sich das Diagramm dieser Anzeige anschaut könnte man schnell meinen, dass diese Firma im Kraftstoffverbrauch ihrer Flott enorme Fortschritte gemacht hat. Man stelle sich nun aber vor, wie die Grafik aussehen würde, wenn die y-Achse bis zum unteren Ende gezeichnet worden wäre. Also bis zu 0 l/100km. Würde man diesen Eindruck dann immer noch gewinnen?

Toll was man mit Daten machen kann, wenn man sie ein bisschen geschickter darstellt.

Hat jemand weitere Beispiele? Sowas kann man bestimmt schön in der Schule einsetzen.

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Offene Dokumentstandards

Mittwoch, Juni 11, 2008

Ich habe vor ein paar Tagen meine erste *.docx Datei bekommen. Das ist das neue (pseudo-offene) Dateiformat OOXML von MS Office. Natürlich ließ sie sich mit dem Word an der Hochschule nicht öffnen. Scheinbar gibt es dafür so einen Konverter. Aber der soll laut einem Kommilitonen auch nicht so richtig funktionieren.

Dumm nur, dass dieses Dateiformat vor kurzem von der ISO zu einem offenen Standard erhoben wurde. Toller Standard, wenn er nicht mit dem Officeprogramm meiner Wahl kooperiert. Brasilien, Indien, Südafrika und Venezuela haben gegen diesen Entschluss jetzt Protest eingelegt (Quelle). Danke!

Ob ODF oder OOXML ist mir ja prinzipiell egal. Auch wenn das eine von Microsoft ist. Was die Menschheit aber braucht ist ein (wegen mir auch mehrere) offener Standard für Dokumente, der sich mit jedem Programm verlustfrei öffnen lässt und der auch nicht durch irgendwelche Patente geschütz ist etc.
Das Ziel ist doch, dass jeder User Dokumente mit dem Programm seiner Wahl (MS Office, OpenOffice, StarOffice, …) öffnen kann. Und das am besten auch noch in zehn Jahren. Die aktuelle Situation ist verheerend. Alte Dokumente (vor allem alte docs) lassen sich mit aktueller Software (des gleichen Herstellers) kaum noch öffnen. Ein Kommilitone hat für solche Fälle nach eigener Aussage extra noch einen alten Win95-Rechner herumstehen. Und aktuelle Docs lassen sich nur unter Verlusten mit anderer Software öffnen. Irgendwer hat auch mal gesagt „das 21 Jahrhundert ist das am schlechtesten dokumentierte überhaupt“. Da ist wohl was dran …

Deshalb: Offene Standards für Dokumente jeglicher Art!
Wenigstens scheint Microsoft bald wohl das wirklich offene Format ODF unterstützen wollen (Quelle). Und falls OOXML dann doch noch vor der ISO scheitert bzw. soweit verbessert wird, dass man von einem offenen Standard sprechen kann, besteht Hoffnung für eine freie Informationsgesellschaft.

Vor allem für die Schule finde ich es wichtig offene Standards zu verwenden. Schließlich kann man niemand zwingen sich eine bestimmte Software zu kaufen – schon gar nicht in der Schule! Ausführlicher habe ich mich damit mal in einem älteren Beitrag beschäftigt.

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Lokale Betriebssysteme sind doch out

Dienstag, April 29, 2008

Google geht mir auf den Wecker! Irgendwie ist mir in letzter Zeit aufgefallen, dass Google theoretisch über meine komplette Persönlichkeit bescheid weiß. Ein Indikator zu dieser Erkenntnis war, dass Google in seinem Mailangebot am oberen Bildschirmrand immer öfter Werbung brachte, die sich direkt auf den Inhalt der Mail bezog. Mitunter auf sehr persönliches. Dinge, die Google eben wirlich nichts angehen. Dinge, die vielleicht auch nicht jeden Bekannten etwas angehen. Fairerweise muss man sagen, Google macht nur das, was ich ihnen erlaubt habe. Lange Rede kurzer Sinn: Ich will weg von dieser Datenkrake.

Dummerweise sind die Dienste von Google einfach genial. Es muss also ein Ersatz her, der zumindest möglichst nah ran kommt.

Insgeheim träume ich ja von einem virtuellen Schreibtisch im Internet. Ein Arbeitsplatz also, an dem ich alles von jedem Computer aus ohne große Vorraussetzungen erledigen kann. Natürlich web2nullig mit Kooperation und so. Es gibt zwar viele Dienste, die tolle Tools anbieten, allerdings will ich alles zusammen und einheitlich haben (googleapps, zoho, …?). Da besteht aber sofort das Problem, dass ein Dienst alleine gesammelt meine Daten hat. Will ich aber nicht. Besonders nicht zu Benutzungsbedingen wie bei Google. Näheres dazu bei Wolfgang Neuhaus.

Ich habe mir deshalb mit einem Kumpel überlegt, dass wir uns einen Root-Server anschaffen auf dem wir unser eigener Dienstleister sein können. Mit Mailserver, Webserver, usw.

Bei vielen Groupwareprodukten (egroupware, citadel, horde) fehlt mir dabei leider die Funktionalität, die ich von Google gewöhnt bin. Hauptsächlich vermisse ich z.B. eine Autovervollständigung von Emailadressen. Wer führt denn heutzutage noch ein Emailadressbuch? Ich jedenfalls nicht.

Bei der Suche nach anderen geeigneten Programmen bin ich auf eyeOS gestoßen. Eine Art Betriebssystem für den Browser. Basiert dabei wie Googleapps auf AJAX. Das macht das ganze schön interaktiv und ermöglicht Dinge wie die Autovervollständigung. Man installiert die Software also auf dem Webserver und hat, so wie ich mir das vorstelle, an jedem Rechner (auch Palm, etc.) sein eigenes Betriebssystem mit den wichtigsten Programmen, die man zum vernetzten Arbeiten benötigt. Lokale Ordner können dabei mit Ordnern auf dem Server synchronisiert werden. Ein erster Blick verspricht viel Gutes – Tolle Funktionen, Durchdacht und Hübsch. Witzig, jedoch irgendwie sinnlos finde ich den Browser im Browser. Schön wär’s, wenn man dieses „Betriebssystem“ direkt beim Anmelden am System als Oberfläche auswählen könnte. Also anstatt GNOME, KDE, o.ä.
Ich werde die Software wohl in den nächsten Wochen auf nem lokalen Webserver testen und dann vielleicht mal mehr dazu schreiben.

Falls jemand tolle Software kennt, die meine beschriebenen Anforderungen erfüllt würde ich mich über einen Hinweis freuen. Natürlich nur freie Software.