Archiv für die Kategorie ‘Internet’

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Ist Web2.0 eine Gefahr für den Rechtextremismus?

Sonntag, Juni 8, 2008

Ich ärgere mich gerade über ein Artikel von Golem “Erfolge gegen braune Hetze im Web 2.0“. Genauer gesagt ärgere ich mich nur über den Titel. Ich glaub da hat einfach jemand den Begriff Internet durch Web2.0 ersetzt, weil Web2.0 gerade besser klingt und Schlagzeilenfähiger ist. Der Artikel selbst bezieht sich meiner Meinung nach aber nicht speziell auf Web2.0 sondern aufs Internet allgemein.

Eine Frage die ich mir beim Ärgern gestellt hab war: Ist die Idee hinter Web2.0 eigentlich eine Gefahr für den Rechtsextremismus?
Die Idee von Web2.0 zeichnet sich für mich durch offene Diskussion, usergenerierte Inhalte, “demokratische Strukturen”, dezentralisierung, Meinungsfreiheit, kollektive Intelligenz, Vielfalt, etc aus
Prinzipien auf denen der Nationalsozialismus basiert passen hier nicht ins Bild: Führerprinzip, Hierarchie, Einheit, Zentralismus, Nationalismus, autoritäre Strukturen, Antiliberalismus, Demokratiefeindlichkeit, Gleichschaltung, Medienmonopolisierung, etc.

Ein (Neo-)Nazi, der Web2.0 (z.B. ein Blog) für die Verbreitung seiner perversen Ideen nutzt trifft auf diese völlig gegensätzlichen Strukturen. Das hieße er würde seine Ideen öffentlich zum Diskurs stellen. Für den Nazi wäre dies wahrscheinlich denkbar schlecht, da sein menschenverachtendes Gedankengut wohl sehr schnell von anderen niederdiskuttiert und widerlegt werden würde. Ich glaub nichts ist gefährlicher für Nazis als eine allgemein öffentliche Diskussion. Der obengenannte Artikel stützt diese These sogar: “Meist können die Verbreiter der menschenverachtenden Propaganda nicht offen auftreten, weil die Masse der Jugend sie ablehnt

Was meint ihr?

P.S.: Muss ich mir jetzt eigentlich um meine Sicherheit Gedanken machen?

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Youtube auf Hochschulrechnern

Mittwoch, Mai 21, 2008

Ich habe gerade eine Möglichkeit gefunden den Flashplayer auch an Rechnern zu nutzen, an denen dies nicht vorgesehen ist. Ganz pragmatisch gesagt: Ich kann nun Youtubevideos an Hochschulrechnern anschauen. Schließlich will ich doch Herr Spannagels Videobotschaften auch an der Hochschule ansehen können :-)
Normalerweise geht das nicht, da der Flashplayer auf den normalen Rechnern nicht installiert ist und auch nicht installiert werden kann.

Dazu braucht man nur einen USB-Stick. Auf diesem installiert man den Firefox in seiner portablen Variante. Ob Version 2 oder 3 ist prinzipiell egal. Für die Funktion des Flashplayers benötigt man nun 2 Dateien: flashplayer-win.xpt und NPSWF32.dll. Diese holt man sich am besten aus einer bestehenden Firefox Version mit installiertem Flash - also zu Hause. Eine weitere Möglichkeit ist, sich diese Datei herunterzuladen (Herstellerquelle) und mit einem Packprogramm (winzip, etc) zu öffnen. Diese enthält die beiden Dateien, welche nun in das Verzeichnis /plugins kopiert werden müssen. Je nach FF-Version befindet sich das Verzeichnis in einem anderen Ordner. Bei FF3 müssen die Dateien z.B. in \FirefoxPortable\App\DefaultData\plugins.
Wobei ich glaube, dass die Datei flashplayer-win.xpt gar nicht benötigt wird.

Quelle: http://www.acidlabs.org/2006/09/05/installing-flash-in-portable-firefox-with-no-installer/

Nebenbei: So ein mobiler Browser hat schon was für sich. Man kann sich so “seinen” Browser einrichten, den man auf vielen Rechnern verwenden kann. Aber Vorsicht: Nie Passwörter darin speichern!
Schön wär es, wenn es eine Möglichkeit gäbe, diesen mobilen Browser unabhängig vom Betriebssystem nutzen zu können. Z.B. auf Java-Basis.

Eine weitere Möglichkeit für den Einsatz von portablen Anwendungen ist die digitale Schultasche.

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Podcasts im Unterricht

Montag, Mai 19, 2008

Web2.0 Technologien im Unterricht einzusetzen ist gerade der neuste Renner.
Eine Kommilitonin und ich planen dazu einen Unterricht, in dem Podcasts verwendet werden sollen. Für uns heißt das, wir müssen uns ein Szenario überlegen, in dem man Podcasts sinnvoll für das Lehren und Lernen einsetzen kann.

Bei der Recherche dazu haben wir festgestellt, dass es gar nicht einfach ist ein gutes Szenario für Podcasts zu entwickeln, da Podcasts gegenüber Videopodcasts und Blogs unserer Meinung nach nicht viel zu bieten haben. Bei unseren Überlegungen mussten wir deshalb ständig denken: “Da wäre aber ein Blog/Videopodcast geschickter”.
Blogs haben den Vorteil, dass man Gedanken viel präziser darstellen kann als durch Sprache. Zumal Nebeneffekte, wie “ähs” oder ein Stocken wegfallen. Zudem ist wohl Text das vorherrschende Informationsmittel im Internet. Sprache alleine ist meiner Einschätzung nach ein Novum.
Videopodcasts hingegen haben den Vorteil, dass die Sprache mit Bilder unterstützt wird. Aus eigener Erfahrung schätze ich ein Video angenehmer zum Zuhören ein als ein ein bloßer Sprachbeitrag ohne Bild - auch wenn man in dem Video nur eine sprechende Person sieht. Ich würde mir auch eine Predigt lieber als Videopodcast anschauen über ein Podcast. Denn: Wohin mit den Augen?
Außerdem sind Videos im Alltag der Schüler allgegenwärtig (Youtube, etc). Podcasts wahrscheinlich kaum.

Ich glaube der wesentliche Informationsfluss geschieht im Internet durch Text und Bild. Weniger durch Sprache. Oder täusche ich mich?
Trotzdem! Podcasts gibt es. Sicher zurecht. Wo liegen also die Stärken von Podcasts? Stärken, die Blogs und Videopodcasts nicht haben! Mir fällt eigentlich nur der Speicherbedarf ein und Situationen in denen die Augen abgelenkt sind wie beim Autofahren. Oder auch Dinge bei denen keine Bilder benötigt werden, wie Hörspiele, bei denen ein wesentliches Element die Phantasie ist.

Bei der Auswahl unseres Szenarios war es uns wichtig, dass Podcasts nicht zum Selbstzweck eingesetzt werden, sondern einen positiven Effekt auf das Lehren und Lernen haben, der ohne Podcast nicht oder weniger vorhanden wäre. Negativbeispiele diesbezüglich haben wir genug gefunden. Es sollen dabei natürlich die üblichen Web2.0 Features im Sinne von gemeinsamer Kommunikation und Kooperation und sozialer Vernetzheit zum Tragen kommen. Wäre dies in dem Szenario nicht gegeben bräuchte man keinen Podcast. Dann würde es vieleicht auch eine CD mit Sprachaufnahmen tun.

Wir spielen bisher mit dem Gedanken, dass die Schüler in Gruppen ein Hörspiel produzieren sollen und dieses dann als Podcast veröffentlichen. Zwar studiert keiner von uns Deutsch als Fach aber ich bin sicher das bekommen wir schon hin. Interessanterweise war dies unter keinem der Vorschläge, die wir im Netz gefunden haben, obwohl der Unterrichtsgegenstand “Hörspiel” gewiss nicht Neues ist. Der Sprung ins Netz war da nicht mehr schwer. Das Netz bietet dabei vor allem den Anreiz das Erschaffene weltweit zu veröffentlichen und darüber zu diskutieren. Hörspiele selbst benötigen keine Bilder. Dies erledigt die Phantasie. Hier sind Podcasts also Blogs und Videopodcasts überlegen. Soweit zumindest die Überlegung.

Vor allem Im Fremdsprachenunterricht lohnt sich der Einsatz von Podcasts. Insbesondere für Hörverstehensübungen. Hier können z.B. Podcasts von native-speakers eingesetzt werden. Im Gegensatz zu Schulbuch-CDs existieren Podcasts in realen Situationen.
Witzig fand ich auch ein Projekt in dem Schüler Gedichte mittels Podcasts kreativ interpretieren sollten.
Der Klassiker ist natürlich das Schulradio.

Sicher gibt es noch viele weitere Möglichkeiten wie Podcasts sinnvoll eingesetzt werden können. Über Vorschläge und Ideen würde ich mich sehr freuen!

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Lokale Betriebssysteme sind doch out

Dienstag, April 29, 2008

Google geht mir auf den Wecker! Irgendwie ist mir in letzter Zeit aufgefallen, dass Google theoretisch über meine komplette Persönlichkeit bescheid weiß. Ein Indikator zu dieser Erkenntnis war, dass Google in seinem Mailangebot am oberen Bildschirmrand immer öfter Werbung brachte, die sich direkt auf den Inhalt der Mail bezog. Mitunter auf sehr persönliches. Dinge, die Google eben wirlich nichts angehen. Dinge, die vielleicht auch nicht jeden Bekannten etwas angehen. Fairerweise muss man sagen, Google macht nur das, was ich ihnen erlaubt habe. Lange Rede kurzer Sinn: Ich will weg von dieser Datenkrake.

Dummerweise sind die Dienste von Google einfach genial. Es muss also ein Ersatz her, der zumindest möglichst nah ran kommt.

Insgeheim träume ich ja von einem virtuellen Schreibtisch im Internet. Ein Arbeitsplatz also, an dem ich alles von jedem Computer aus ohne große Vorraussetzungen erledigen kann. Natürlich web2nullig mit Kooperation und so. Es gibt zwar viele Dienste, die tolle Tools anbieten, allerdings will ich alles zusammen und einheitlich haben (googleapps, zoho, …?). Da besteht aber sofort das Problem, dass ein Dienst alleine gesammelt meine Daten hat. Will ich aber nicht. Besonders nicht zu Benutzungsbedingen wie bei Google. Näheres dazu bei Wolfgang Neuhaus.

Ich habe mir deshalb mit einem Kumpel überlegt, dass wir uns einen Root-Server anschaffen auf dem wir unser eigener Dienstleister sein können. Mit Mailserver, Webserver, usw.

Bei vielen Groupwareprodukten (egroupware, citadel, horde) fehlt mir dabei leider die Funktionalität, die ich von Google gewöhnt bin. Hauptsächlich vermisse ich z.B. eine Autovervollständigung von Emailadressen. Wer führt denn heutzutage noch ein Emailadressbuch? Ich jedenfalls nicht.

Bei der Suche nach anderen geeigneten Programmen bin ich auf eyeOS gestoßen. Eine Art Betriebssystem für den Browser. Basiert dabei wie Googleapps auf AJAX. Das macht das ganze schön interaktiv und ermöglicht Dinge wie die Autovervollständigung. Man installiert die Software also auf dem Webserver und hat, so wie ich mir das vorstelle, an jedem Rechner (auch Palm, etc.) sein eigenes Betriebssystem mit den wichtigsten Programmen, die man zum vernetzten Arbeiten benötigt. Lokale Ordner können dabei mit Ordnern auf dem Server synchronisiert werden. Ein erster Blick verspricht viel Gutes - Tolle Funktionen, Durchdacht und Hübsch. Witzig, jedoch irgendwie sinnlos finde ich den Browser im Browser. Schön wär’s, wenn man dieses “Betriebssystem” direkt beim Anmelden am System als Oberfläche auswählen könnte. Also anstatt GNOME, KDE, o.ä.
Ich werde die Software wohl in den nächsten Wochen auf nem lokalen Webserver testen und dann vielleicht mal mehr dazu schreiben.

Falls jemand tolle Software kennt, die meine beschriebenen Anforderungen erfüllt würde ich mich über einen Hinweis freuen. Natürlich nur freie Software.

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Bloggen? Das erste Jahr im Rückblick

Donnerstag, April 17, 2008

Vor fast genau einem Jahr am 19.4. erblickte mein Weblog mit den Worten “Hallo Welt” zum ersten mal die Bits und Bytes der Blogspäre.

Wohin die Reise thematisch gehen sollte war damals zum Teil schon geplant. Denn was ich nicht wollte war einfach nur eine Ansammlung zusammenhangsloser Beiträge. Andererseits wollte ich mich auch nicht zu sehr einschränken. Was letztendlich daraus geworden ist kann man ganz gut an meiner Tagwolke sehen.

Was mich aber erwarten sollte war mir damals bei weitem nicht klar. Viele positive Effekte haben sich meiner Meinung nach hinsichtlich meines Denkens, Lernens, Schreibens und Daseins ergeben. Ich habe für mich festgestellt, dass ich die Welt genauer und aufmerksamer beobachte. Aufmerksamer, weil ich, manchmal bestimmt auch unbewusst, immer ein Auge darauf habe Dinge zu beobachten über die ich etwas schreiben kann. Denn man ist ja bestrebt über Dinge zu schreiben, über die noch nicht jeder geschrieben hat. Genauer, weil ich gemerkt habe, dass man im Internet nicht einfach irgendwelchen Unfug behaupten kann. Kann man schon aber es wäre mir schlicht gesagt peinlich, wenn irgendein anonymer Surfer in einem Satz meine Aussagen widerlegt. Damit dies nicht passiert überlege ich mir immer recht gut was ich schreib, wie ich’s schreib und ob ich’s schreib. Es ist mir nicht nur einmal passiert, dass ich angefangen habe einen Artikel zu schreiben und irgendwann bei der Recherche gemerkt habe, dass das was ich schreiben will nur Halbwissen offenbart. Ich gebe zu, dass ich mir in manchen (benoteten) Hausarbeiten mehr Ungenauigkeiten erlaube als in meinem Blog. Eine Hausarbeit liest in der Regel nur ein Mensch - wenn überhaupt. Ein Blogbeitrag lesen definitiv mehr!

Ein weiterer Interessanter Aspekt ist die Blogspäre in der man sich mit seinem Blog bewegt. Fast unweigerlich stößt man irgendwann auf andere Blogs, die einen inhaltlich mehr oder weniger interessieren könnten. Für mich als Lehramtsstudent hatte dies den Effekt, dass ich in Kontakt mit verschieden Lehrerblogs gekommen bin. Dies hat für meinen Berufseinstieg ein wie ich finde großen Wert. Lehrerblogs zeichen sich in der Regel dadurch aus, dass alltägliche schulische Themen zur Sprache kommen. Themen also, von denen ich seit einigen Jahren getrennt bin und zu denen ich keinen Bezug mehr habe - auch was die Aktualität angeht. Vor 5 Jahren gab es z.B. noch kein SchülerVZ. Ich habe diesbezüglich also trotz meines jungen Alters keine eigene Erfahrungen über ein Thema, das in der Schule hohe Brisanz hat. Die einzigen Erfahrungen, die ich vorbereitend auf mein Referendariat bezüglicher schulischer Themen sammeln kann, beruhen also auf den geschilderten Erfahrungen in Lehrerblogs. Natürlich sammelt man auch während des Studiums in verschiedenen Praktika Schulerfahrung. Doch diese zeugen meist von einer Reizüberflutung, in der viele Aspekte untergehen. Umso schöner ist es jedoch diese vergessenen Aspekte in einem Lehrerblog wiederzufinden und mit eigenen Erfahrungen zu vergleichen.

Die geschilderten und näher ausgeführten Aspekte sind bei weitem nicht die einzigen Vorteile die mir das Bloggen gebracht hat. Neben den vielen Vorteilen gibt es auch ein paar kleine Nachteile zu erwähnen. Zum einen verbringe ich jetzt noch mehr Zeit vor dem Rechner. Wobei ich mir dabei nicht sicher bin ob die Rechnerzeit gleich geblieben ist, die produktive Zeit davon aber gestiegen ist, subjektiv ich also meine, dass deswegen die Rechnerzeit gestiegen ist. Dies kann aber eigentlich kaum sein, da in meiner Bude der Rechner mein einziger Freund ist und sowieso schon meine volle Aufmerksamkeit geniest. Der andere Punkt ist, dass ich beim Schreiben fast immer kaum zu einem Ende finde und die Artikel immer ewig lang werden. Früher war eine meiner Eigenschaften immer sehr kurz und sehr prägnant zu schreiben.* Ich habe Angst diese Eigenschaft zu verlieren. Andererseits habe ich das Gefühl, dass ich mich beim erzwungenen Schreiben von längeren Texten leichter tue. Ich meine also bei einer 10-seitigen Hausarbeit nicht mehr nach schon 6 Seiten alles wichtige geschrieben zu haben. Vielleicht hat sich auch mein vernetztes bzw. systematisches Denken durch das Bloggen verbessert mit dem Effekt, dass mir zu einem Stichwort mehr einfällt (im Stile einer Mindmap).
Bla, Bla, Bla …

Für die Zukunft will ich mir vornehmen wieder über mehr schulische Themen zu bloggen. Auch will ich vermehrt kurze, knackige Artikel schreiben und mir mehr Mühe mit den Überschriften geben. Ich selbst find sie meistens zu langweilig.

* Ein Geschichtslehrer sagte einmal in diesem Sinne zu mir: “Samuel, ihr Schreibstil passt zu ihrem Namen. Der Dinkel ist vom Ertrag her eine ungünstige Feldfrucht. Der Inhalt ist jedoch äußerst schmackhaft.” In Bezug auf den Ertrag (im Sinne von Quantität) hatte er ganz sicher recht. Ob er bezüglich des Inhaltes recht hatte weiß ich nicht. Die Klausur, die er mir mit diesen Worten zurück gab war jedenfalls nicht mit “sehr gut” bewertet worden. Ein Anzeichen dafür, dass er mehr Ertrag erwartet hätte?