Vor einiger Zeit bekam ich an einem verregneten Tag Besuch von einer für Hausbesuche bekannten Glaubensgemeinschaft, die sich nach meiner Sicht zum aktuellen Weltgeschehen erkundigte. Ich weiß nicht, ob die Frau über meine doch sehr optimistische Einstellung zu den Dingen überrascht war oder nicht. Dieser misslungene Einstieg hielt sie jedenfalls nicht davon ab mir trotzdem Hilfe,Trost und Orientierung in diesen schrecklichen Zeiten anzubieten. Um der Frau diesen verregneten Tag doch noch ein wenig erfreulich zu machen nahm ich ihr eben ein Wachturmexemplar ab, welches mir grüne Wiesen und mit Bären spielende Kinder versprach.
Heute stoße ich auf meinem täglichen Internetrundgang auf den Hohenheimer Aufruf zur Finanzkrise. Ein Aufruf von 20 Hohenheimer Professoren (die sich in diesem Thema wahrscheinlich recht gut auskennen), wie sich Banken, Politik, Wissenschaft, Unternehmen, Medien und Bürger in diesen Zeiten verhalten sollten. Obwohl ich mich in Finanzfragen überhaupt nicht auskenne und diesen Aufruf somit auch nicht bewerten kann, ist mir bei der Lektüre wieder eines klar geworden, was schon seit Jahren ein berühmter Reiseführer propagiert:
Don’t panic!
Der Grund liegt in den Self-fulfilling Prophecies. Kurz gesagt: Das, was ich glaube erfüllt sich. Wenn wir also scharf auf eine ausgewachsene Finanz- und Wirtschaftskrise sind, müssen wir nur weiter Panik schüren und Massenangst verbreiten. Von einem ähnlichen Effekt profitieren übrigens auch Terroristen: Massenangst und Panik durch übertriebene Berichterstattung und unsinnige „Anti-Terror-Gesetze“.
Bitte übernehmen sie Verantwortung! Und zwar … jetzt.


