Seit heute morgen beginnt mein Tag nicht mehr um 11.00 Uhr sondern in aller Herrgottsfrühe um 6.30 Uhr. Der Grund heißt Blockpraktikum II an der Albert-Schweizer-Realschule Tübingen.
Natürlich bin ich nicht früh genug eingschlafen um am nächsten Morgen fit zu sein.
Jedenfalls hab ich mir trotz geistiger Krücken überlegt ich könnte meinen Erfahrungsbericht, den ich für meine didaktische Studie benötige, auch in meinem Blog niederschreiben. Macht das ganze natürlich interessanter, weil dann nicht nur der Prof das, in mühevoller Arbeit, Geschriebe liest (wenn überhaupt) sondern auch andere, die das vielleicht ganz interessant finden. Außerdem bleibt die Versuchung aus irgendein Unfug zu schreiben, nach dem Motto: Hauptsache da steht was da.
Ich hoffe, dass ich dieses Vorhaben die nächsten vier Wochen durchziehe und nach Möglichkeit jeden Tag etwas kurzes schreibe.
Thema der 8ten Klasse heute: Rechnen mit Termen
Dabei beobachte ich wieder einen, wie mir scheint, klassischen Schülerfehler. Zumindest beobachtete ich den gleichen Fehler auch in meinem letzten Blockpraktikum wiederholt.
Die Aufgabe lautet: Schreibe ohne Klammer –> 3a(9b + 6)
Die vermeintliche Lösung: 27ab + 6
Wie man sieht soll diese Aufgabe auf das Ditributivgesetz od. Vertauschungsgesetz hinführen. Dabei scheint es oft Probleme zu bereiten, dass beim Ausmultiplizieren BEIDE Summanden mit dem Faktor vor (oder nach) der Klammer miteinander multipliziert werden und nicht nur der direkt angrenzende.
Warum Schüler diesen Fehler so gern machen ist mir leider nicht bekannt. Irritiert sie die Klammer und die damit ungewöhnliche Schreibweise? Irritiert die Variable? Sind es psychologische Gründe wie „das ist mir eh zu schwer“ o.ä.?
Es ist manchmal sehr schwer in Dingen, die einem mittlerweile völlig trivial erscheinen, Schwierigkeiten zu finden. Anderseits kann ich die Schüler auch verstehen. Schließĺich hab ich mich damals mit diesem Gesetz auch schwer getan. Wenn ich doch nur noch wüsste warum …
Helfen können vielleicht die verschiedenen Anschauungsmodelle:
- Die Rechteckdarstellung, die in jedem Mathebuch zu finden ist.
- Eine Tabellenform in bei der der Faktor in die Zeile geschrieben wird und die Summanden in den Spalten stehen. Erinnert an einen Fußballspielplan (wer spielt gegen wen).
- Ganz toll finde ich ein kleines Spiel: Es werden zwei Schülergruppen gebildet. Im einfachen Fall besteht Gruppe 1 aus einem Schüler und Gruppe 2 aus zwei Schülern. Man nimmt an sie treffen sich gerade z.B. in der Stadt und begrüßen sich. Dabei gibt der Schüler der ersten Gruppe BEIDEN Neuen die Hand. Die beiden Begrüßten geben sich dabei nicht die Hand. Sie sind ja schon „zusammen“. Die Schüler stehen symbolisch somit für die zu verrechnenden Summanden.
Das Spiel ist natürlich beliebig erweiterbar. Je nachdem wieviele Summanden man multiplizieren will kann die Begrüßungsaktion entsprechend dauern und Chaos verursachen.
Weitere Frage an die Schüler: Klappt das auch mit drei und mehr Gruppen? Also: (a+b)(b+c)(d+e)