Archiv für die Kategorie ‘Politik’

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Open Source gut für die Wirtschaft

Dienstag, Juni 24, 2008

Heise meldet, dass eine Studie der EU hat harausgefunden, dass OpenSource Software gut für die Wirtschaft ist und die glaubt, dass OpenSource in den kommenden Jahren stark wachsen wird.

Des weiteren geben sie, beflügelt durch ihre Ergebnisse, an die Politik Handlungsempfehlungen aus. Darunter befindet sich unter anderem folgende für Lehrende wichtige Forderung:
“Zur Sicherung von Herstellerunabhängigkeit sollten Schüler und Studenten allgemeine Computerkenntnisse erwerben, statt sich nur mit konkreten Programmen vertraut zu machen.”

Find ich gut, dass das mal jemand sagt :-)

Ähnliches hab ich einmal an einem IT-Fitness Test bemängelt, der Computerkenntisse mit Microsoftkenntnissen gleichsetzte.

Welche Kraft in OpenSource steckt, zeigt auch Microsofts Bekenntnis zur (zumindest vorläufigen) Niederlage ihres Dokumentenformats OOXML.

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Ist Web2.0 eine Gefahr für den Rechtextremismus?

Sonntag, Juni 8, 2008

Ich ärgere mich gerade über ein Artikel von Golem “Erfolge gegen braune Hetze im Web 2.0“. Genauer gesagt ärgere ich mich nur über den Titel. Ich glaub da hat einfach jemand den Begriff Internet durch Web2.0 ersetzt, weil Web2.0 gerade besser klingt und Schlagzeilenfähiger ist. Der Artikel selbst bezieht sich meiner Meinung nach aber nicht speziell auf Web2.0 sondern aufs Internet allgemein.

Eine Frage die ich mir beim Ärgern gestellt hab war: Ist die Idee hinter Web2.0 eigentlich eine Gefahr für den Rechtsextremismus?
Die Idee von Web2.0 zeichnet sich für mich durch offene Diskussion, usergenerierte Inhalte, “demokratische Strukturen”, dezentralisierung, Meinungsfreiheit, kollektive Intelligenz, Vielfalt, etc aus
Prinzipien auf denen der Nationalsozialismus basiert passen hier nicht ins Bild: Führerprinzip, Hierarchie, Einheit, Zentralismus, Nationalismus, autoritäre Strukturen, Antiliberalismus, Demokratiefeindlichkeit, Gleichschaltung, Medienmonopolisierung, etc.

Ein (Neo-)Nazi, der Web2.0 (z.B. ein Blog) für die Verbreitung seiner perversen Ideen nutzt trifft auf diese völlig gegensätzlichen Strukturen. Das hieße er würde seine Ideen öffentlich zum Diskurs stellen. Für den Nazi wäre dies wahrscheinlich denkbar schlecht, da sein menschenverachtendes Gedankengut wohl sehr schnell von anderen niederdiskuttiert und widerlegt werden würde. Ich glaub nichts ist gefährlicher für Nazis als eine allgemein öffentliche Diskussion. Der obengenannte Artikel stützt diese These sogar: “Meist können die Verbreiter der menschenverachtenden Propaganda nicht offen auftreten, weil die Masse der Jugend sie ablehnt

Was meint ihr?

P.S.: Muss ich mir jetzt eigentlich um meine Sicherheit Gedanken machen?

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Quarks & Co über Terrorismus

Donnerstag, Februar 14, 2008

Da ich seit Anbeginn meines Lebens keinen Fernseher besitze, bietet mir das Internet eine gute Möglichkeit doch so manche sinnvolle Sendung zu sehen.

Sehr gut gefällt mir die Sendung Quarks & Co mit Ranga Yogeshwar. Eine der wenigen Infotainmentsendungen bei der man nicht ständig denkt: “Das kann man so doch gar nicht sagen.”
Die Sendung kann man sich hier herunterladen und per RSS abbonieren.

In der letzten Sendung ging es um Terror und seine Bekämpfung. Ich will jetzt aber keinen Sermon zur Vorratsdatenspeicherung loslassen, sondern nur ein wenig Interesse wecken die Sendung anzusehen, die wie ich finde ganz gut gemacht ist.

Sehr witzig fand ich, wie kleine süße Bienchen durch klassische Konditionierung für Anti-Terrormaßnahmen eingetzt werden könnten.

Sehr eindrucksvoll fand ich wie man mit Nagellackentferner und einer weiteren handelsüblichen Flüssigkeit eine mittelgroße Explosion bewirken kann.

Sehr interessant fand ich die psychologische Seite des Terrors, die am Schluß der Sendung behandelt wird.
So z.B. das angstgesteuerte Ausweichverhalten, das zu noch schlimmeren Folgen führen kann. So stiegen in Amerika nach dem 11.9. viele Leute vom Flugzeug auf das Auto um. Die Folge: Es kamen mehr Leute durch Autounfälle um’s Leben, da Auto fahren trotz Terror gefährlicher ist als Fliegen. Q&C spricht von 1600 zusätzlichen Toten. Bei dem Anschlag selber kamen laut Wikipedia 2996 Menschen um’s Leben.

Das beste Mittel gegen Terror sei deshalb laut Prof. Herfried Münkler, der in der Sendung zitiert wird, eine “heroische Gelassenheit”. Denn es werde “auch bei uns irgendwann zu einem Anschlag kommen!” Durch Angst jedoch wachse die Macht der Terroristen.
Die letzte These der Sendung, “Mehr Selbstsicherheit und Gelassenheit, anstatt mehr Sicherheitsmaßnahmen können das Fundament einer freien Gesellschaft stützen”, halte ich für richtig.

Das berühmte Franklin Zitat (“Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren”) ist zwar laut http://antiterror.blog.de/2008/02/06/benjamin_franklin_zitat~3686513 nicht korrekt übersetzt, aber trotzdem in seiner Treffsicherheit ungeschlagen.

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IT-Fitness

Dienstag, November 20, 2007

Seit einiger Zeit existiert im Internet eine Seite auf der man seine IT-Fitness testen kann. Das ganze mit dem Ziel um festzustellen ob man fit im Umgang mit dem Computer für die Arbeitswelt ist. Dieser Test richtet sich besonders auch an Lehrlinge. Das ganze basiert auf dem Programm „Skills for Employability“ der EU-Kommission, Microsoft und weiteren Industrievertretern. Das Ziel ist: “Bis zum Jahr 2010 [...] in Deutschland vier Millionen Menschen grundlegende IT-Kenntnisse vermitteln”. “Die Förderung elementarer IT-Kenntnisse” sollen dabei dem gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland nutzen.

Nun habe ich selbst den Test einmal ausprobiert. Man hat ja immerhin ein wenig Ahnung von Computers und so.
Nach ca. 40 Fragen musste ich feststellen, dass der Test eine einzige Farce ist! Das abgefragte Wissen bezieht sich sich zum großen Teil auf spezielles Anwendungswissen, welches man nur haben kann, wenn man eine spezielle Software benutzt. So tauchen sehr oft Fragen der Form “Wo muss man klicken” auf.
Beispiele:

  • Sie möchten eine neue Netzwerkverbindung herstellen. Worauf können Sie dazu klicken?
  • Wo können Sie festlegen, dass die Taskleiste automatisch ausgeblendet wird?
  • Worauf können Sie klicken, um die Mauseinstellungen zu ändern?
  • Sie möchten mit einem Textverarbeitungsprogramm einen Brief schreiben. Worauf klicken Sie, um das Programm zu starten?
  • Wo können Sie im Diagramm-Assistent klicken, damit das Diagramm als eigenes Tabellenblatt in der Arbeitsmappe eingefügt wird
  • Sie möchten in Outlook eine neue Mailingliste erstellen. Worauf können Sie klicken?
  • Sie möchten eine wichtige E-Mail versenden. Worauf müssen Sie in der Symbolleiste klicken, damit Ihre E-Mail mit Wichtigkeit ‘Hoch’ gesendet wird?

Totaler Blödsinn natürlich, wenn man eine andere Software für die gleiche Aufgabe benutzt. Denn da sitzt der Knopf nunmal woanders und sieht vielleicht auch anders aus, kann aber das gleiche. Viel wichtiger, als dass man weiß wo welcher Knopf sitzt ist doch das grundlegende, prinzipielle Vorgehen und nicht das spezielle!
Bei der Fülle an Programmen (die auch gerne schnell veralten) ist es heutzutage daher unerlässlich, dass z.B. Textverarbeitung unabhängig von speziellen programmspezifischen Bedienungsabläufen gelehrt wird. Die Frage ist also nicht wo in der Symbolleiste ein Knopf ist sondern was man gerade eigentlich tut und welche Funktionen einem zur Verfügung stehen. Denn in zwei Jahren oder auf einem anderen Computer in dem die Symbolleiste anders eingestellt ist, ist der Knopf vielleicht wo anders. Wo diese Funktionen sich befinden ergibt meistens aus der Logik der Bedienbarkeit eines guten Programmes.

Zum großen Teil fragt der Test aber Klickabläufe ab, die man auch durch stupides nachklicken erlernen kann. Stupide Bewegungsabläufe hat Ivan Pawlow auch schon einem Hund beigebracht und dadurch einen wesentlichen Beitrag zur Lernpsychologie geleistet. Doch von IT-Fitness kann hier keine Rede sein. Der Behaviorismus taugt wohl um einfache Verhaltensmuster bzw. Lernvorgänge zu erklären, aber um ein komplexes menschliches Verhalten zu erklären bedarf es doch mehr als schlichte Input-Output Blackbox-Theorien. Scheinbar gibt sich der Test damit aber zufrieden und setzt ganz auf stupide Nachklickorgien. Denn schließlich sollen in mancher Leute Augen Menschen einfach funktionieren und nicht denken.

<klingel> “Wo musst du klicken um den Knochen zu bekommen? Komm ich zeigs dir.”
“Jetzt du” <klingel>
<klingel> “Ha, jetzt weißt du’s ja schon. Du bist ja voll fit im IT Bereich!”
Nachklickorgien funktionieren übrigens schon. Mein Vater bedient so seinen Computer. Aber wehe die Verknüpfung zum Browser sitzt mal woanders auf dem Desktop …

Aberundet wird der Test schließlich mit der Frage: “Welche Eingabe führt zur Webseite der Firma Microsoft?” Es folgt eine Liste möglicher Browsereingaben wie man Microsoft finden kann.

Trotz der Misere orakelt Hanns-Eberhard Schleyer, Mitglied im Beirat und Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, frohen Mutes: “Es hat Tradition im Handwerk, dass seine Mitarbeiter schon heute an den Antworten auf die Fragen von Morgen arbeiten.”
Allerdings zweifel ich daran, dass die Antworten von morgen beantwortbar sind wenn die Fragen von morgen sich wieder komplett ändern, weil eine neue Version von was auch immer auf dem Markt ist und der Knopf wo man die Maus einstellt jetzt eben anders aussieht. Die Antworten von heute mögen da kaum helfen. Leute die in diesem Test gut abgeschnitten haben laufen jedenfalls in Gefahr diese Fragen von morgen nicht beantworten zu können, weil sie trotz Klickwissen mit gut oder sogar sehr gut abgeschnitten haben.

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Blogpraktikum

Donnerstag, Oktober 11, 2007

Morgen wird mein Blockpraktikum in Tübingen dem Ende entgegen gehen. Rückblickend betrachtet war es eine sehr schöne Zeit in der ich sehr viel gelernt habe. Ich konnte zum Teil manches das ich an der Hochschule gelernt habe ausprobieren. Nicht alles, weil zum Teil die Rahmenbedingungen nicht gegeben waren. So hätte ich zum Beispiel gerne viel mehr den Computer in meinen Unterricht einbezogen. Letztendlich scheiterte es wohl vor allem daran, dass ich keine Zeit gefunden habe mich mit den örtlichen Rechnerräumen bzw. -wägen vertraut zu machen. Das Blockpraktikum ist nunmal sehr stressig, weil man für einen Unterricht auch locker mal 4 Stunden Vorbereitungszeit braucht. Zudem ist es immer nicht ganz einfach in “vorgefertigte Strukturen” hineinzukommen.

Dieser Blog hat mich während der 4 Wochen gut begleitet und aber auch gefordert. So habe ich mein anfängliches Vorhaben jeden Tag etwas kurzes zu schreiben nicht ganz erreicht. Aber ich bin auch immer mit dem Gedanken im Unterricht gesessen was ich denn heute abend schreiben könnte. Leider hab ich diese Gedanken bisweilen nach ein paar Stunden wieder vergessen :-( Und oft war es einfach auch zu spät.
Aber ich habe beobachten können, dass solch ein Blog eine gute Möglichkeit ist gedanklich immer am Ball zu bleiben und gründlich zu reflektieren. Denn wenn man etwas schreibt möchte man ja kein Unfug schreiben und sich blamieren. Dies ist auch allgemein eine Stärke von Blogs. Schon mehrmals habe ich angefangen irgendwas zu schreiben um dann bei der Recherche dazu festzustellen: Das ist ja völliger Quatsch was du da schreibst.

Ein weiterer Aspekt, der mir in meinem Praktikum sehr deutlich geworden ist, ist die Arbeitsplatzsituation von Lehrern und der Geringschätzung von Bildung was sich sehr deutlich am Zustand der Schulen zeigt. Überfüllte Klassen, zu kleine Räume (ausgelegt für den Landesdurchschnitt von 25 Schüler), die Ausstattung der Räume, zu wenig Lehrer, etc.
Zum Teil kann man in Physik keine Schülerversuche machen, weil einfach zu wenig Material da ist. Dann macht man es halt am Pult …
So sehe ich für die Zukunft schwarz … Kinderland Baden Württemberg.

Um jetzt aber nicht mit solch trostlosen Worten zu enden - als Lehrer ist man ist schließlich Idealist - danke ich allen, die mich während der letzten vier Wochen in irgendeiner Form unterstützt haben.