Archiv für die Kategorie ‘Schule’

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Aussagen von Diagrammen

Mittwoch, Juli 23, 2008

Der Klima-Lügendetektor hat in einer bekannten deutschen Zeitung eine Anzeige einer bekannten Automarke entdeckt.

Wenn man sich das Diagramm dieser Anzeige anschaut könnte man schnell meinen, dass diese Firma im Kraftstoffverbrauch ihrer Flott enorme Fortschritte gemacht hat. Man stelle sich nun aber vor, wie die Grafik aussehen würde, wenn die y-Achse bis zum unteren Ende gezeichnet worden wäre. Also bis zu 0 l/100km. Würde man diesen Eindruck dann immer noch gewinnen?

Toll was man mit Daten machen kann, wenn man sie ein bisschen geschickter darstellt.

Hat jemand weitere Beispiele? Sowas kann man bestimmt schön in der Schule einsetzen.

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Der offene Lehrer

Mittwoch, Juli 16, 2008

Inspiriert von Cspannagels Konzept des öffentlichen Wissenschaftlers habe ich mich entschieden ähnliches für mich als angehenden Lehrer zu probieren. Dazu habe ich, in Anlehnung an Christian Spannagel, einen ersten Versuch gewagt für mich eine “Philosophy of Teaching” zu entwerfen. An den Inhalten und an der Struktur gibt’s natürlich noch einiges zu füllen und zu feilen, ist aber immerhin schon mal ein Anfang.

Ich verspreche mir davon Folgendes:

  • Mein Handeln als Lehrperson soll für Schüler, Eltern, Kollegen, Interssierte transparent sein.
  • Ich möchte meine Philosophie öffentlich diskutieren. Ich möchte offen sein für Kritik und gleichzeitig andere inspirieren. Dies kann für alle eine Lernmöglichkeit sein.
  • Ich lerne ab dem Moment, in dem ich meine Gedanken aufschreibe unglaublich viel über meine Lehrerrolle und die zugrunde liegenden Prinzipien und Konzepte über die ich schreibe.
  • Ich kann mich selbst-reflektiert in meine Lehrerrolle hinein finden und so meinen Lehrcharakter bzw. Lehrstil entwickeln.
  • Indem ich mich öffne ist es auch eine Art der Evaluation von Unterricht. Schüler haben so die Möglichkeit einer anonymen Rückmeldung und Bewertung.
  • Eventuell noch weiteres, dass mir zu dieser späten Stunde nicht mehr einfällt ;-)

Ich habe die Seite bisher bei wikiversity.org erstellt. Ich bin mir noch nicht sicher, ob dies der richtige Ort ist, da die Diskussionsfunktion für Computerferne vielleicht ein wenig abschreckend ist.
Außerdem hab ich mich gefragt, weshalb es sinnvoll sein könnte das ganze in einem Wiki zu verwirklichen. Allerdings hab ich festgestellt, dass es für andere, die vielleicht auch mal den Wunsch haben sich so eine Seite zu erstellen, recht einfach ist Inhalte zu übernehmen. Wie ich z.B. die Struktur teilweise von Christian Spannagel übernommen habe.

Ich würde mich freuen, wenn noch andere diesen Weg gehen wollen, sodass ein reger Austausch von Ideen entstehen kann.

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Lernspiralen

Dienstag, Juni 17, 2008

Ich habe gerade einen interessanten Artikel von Werner Prüher über Lernspiralen zufällig gefunden und gelesen. Sehr schöner Artikel und eine Interessante Methode, die ich in dieser Form bisher nicht kannte.
Wäre mal was für einen Unterrichtsentwurf und in einem Jahr was für die Praxis :-)

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Offene Dokumentstandards

Mittwoch, Juni 11, 2008

Ich habe vor ein paar Tagen meine erste *.docx Datei bekommen. Das ist das neue (pseudo-offene) Dateiformat OOXML von MS Office. Natürlich ließ sie sich mit dem Word an der Hochschule nicht öffnen. Scheinbar gibt es dafür so einen Konverter. Aber der soll laut einem Kommilitonen auch nicht so richtig funktionieren.

Dumm nur, dass dieses Dateiformat vor kurzem von der ISO zu einem offenen Standard erhoben wurde. Toller Standard, wenn er nicht mit dem Officeprogramm meiner Wahl kooperiert. Brasilien, Indien, Südafrika und Venezuela haben gegen diesen Entschluss jetzt Protest eingelegt (Quelle). Danke!

Ob ODF oder OOXML ist mir ja prinzipiell egal. Auch wenn das eine von Microsoft ist. Was die Menschheit aber braucht ist ein (wegen mir auch mehrere) offener Standard für Dokumente, der sich mit jedem Programm verlustfrei öffnen lässt und der auch nicht durch irgendwelche Patente geschütz ist etc.
Das Ziel ist doch, dass jeder User Dokumente mit dem Programm seiner Wahl (MS Office, OpenOffice, StarOffice, …) öffnen kann. Und das am besten auch noch in zehn Jahren. Die aktuelle Situation ist verheerend. Alte Dokumente (vor allem alte docs) lassen sich mit aktueller Software (des gleichen Herstellers) kaum noch öffnen. Ein Kommilitone hat für solche Fälle nach eigener Aussage extra noch einen alten Win95-Rechner herumstehen. Und aktuelle Docs lassen sich nur unter Verlusten mit anderer Software öffnen. Irgendwer hat auch mal gesagt “das 21 Jahrhundert ist das am schlechtesten dokumentierte überhaupt”. Da ist wohl was dran …

Deshalb: Offene Standards für Dokumente jeglicher Art!
Wenigstens scheint Microsoft bald wohl das wirklich offene Format ODF unterstützen wollen (Quelle). Und falls OOXML dann doch noch vor der ISO scheitert bzw. soweit verbessert wird, dass man von einem offenen Standard sprechen kann, besteht Hoffnung für eine freie Informationsgesellschaft.

Vor allem für die Schule finde ich es wichtig offene Standards zu verwenden. Schließlich kann man niemand zwingen sich eine bestimmte Software zu kaufen - schon gar nicht in der Schule! Ausführlicher habe ich mich damit mal in einem älteren Beitrag beschäftigt.

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Programmieren mit Schülern in authentischen Problemkontexten

Mittwoch, Juni 4, 2008

Seit einiger Zeit beschäftigt mich die Frage, wie man mit Schülern problemorientiert programmieren kann (authentischer Problemkontext). Beim Programmieren im Unterricht ergibt sich meiner Einschätzung nach schnell das Problem, dass konkrete Bedürfnisse, die ein Computerprogramm erfordern, fehlen. Ich selbst habe damals einen Taschenrechner (also einen, wie er in jedem Betriebssystem vorinstalliert ist) programmiert und andere unnütze Dinge.

Da Informatik bzw. ITG in Baden-Württemberg eh in die anderen Fächer integriert ist, bietet sich eine Kooperation mit dem Fach Technik an. Im Bereich der Informationstechnik gibt es den Aspekt “Steuern und Regeln”. Der Computer kann hierbei als Hilfsmittel dienen.

Man könnte z.B. mit den Schülern ein Projekt mit einem Gewächshaus durchführen (vielleicht sogar fächerübergreifend mit Biologie/ NWA). Also erst anhand irgendwelcher biologischer Gesichtspunkte planen, dann bauen, usw.
Der Punkt, an dem die Informatik und die Informationstechnik ansetzt ist das Problem, dass im Gewächshaus eine bestimmte Temperatur und Luftfeuchte gehalten werden muss. Mit Temperaturfühlern, etc. kann man diese Werte messen und über ein Interface (das die Schüler vielleicht sogar selbst herstellen) an den Computer weitergeben. Diese müssen dort mit einem Programm ausgewertet werden welches wiederum Befehle an Befeuchter etc weitergibt (EVA-Prinzip).

Mögliche Algorithmen wären z.B.:

  • Wenn die Luftfeuchtigkeit unter 70% fällt, schalte den Befeuchter ein, ansonsten mache nichts.
  • Wenn der Bestäuber eingeschaltet ist und Luftfeuchtigkeit über 80%, schalte den Befeuchter aus.
  • Direkte Steuerung: Öffne Lüftungsklappen, etc.
  • Zeitgesteuert: Setze t (Timer) auf 100. Ziehe pro Sekunde 1 ab. Solange der Timer >0 ist schalte Gießsystem alle 7sek 3sek lang ein.

Ich denke bis auf das letzte Beispiel, welches eher was für Experten ist, sollten diese Algorithmen für alle Schüler machbar sein. Die Schüler lernen dabei ein zentrales Konzept der Informatik den Algorithmus, mit wesentlichen Konzepten wie Folge, Schleife und Verzweigung kennen. Die Schüler schreiben also ein Programm, das eine Vorschrift für die Lösung eines Problems enthält (vgl. Def. Algorithmus in Schneider/ Werner (2007). Taschenbuch der Informatik).

Wer hat weitere Ideen, wie man mit Schülern problemorientiert programmieren kann?

Weiterführender Link:
http://lehrerfortbildung-bw.de/faecher/technik/rs/steuern/