Web2.0 Technologien im Unterricht einzusetzen ist gerade der neuste Renner.
Eine Kommilitonin und ich planen dazu einen Unterricht, in dem Podcasts verwendet werden sollen. Für uns heißt das, wir müssen uns ein Szenario überlegen, in dem man Podcasts sinnvoll für das Lehren und Lernen einsetzen kann.
Bei der Recherche dazu haben wir festgestellt, dass es gar nicht einfach ist ein gutes Szenario für Podcasts zu entwickeln, da Podcasts gegenüber Videopodcasts und Blogs unserer Meinung nach nicht viel zu bieten haben. Bei unseren Überlegungen mussten wir deshalb ständig denken: „Da wäre aber ein Blog/Videopodcast geschickter“.
Blogs haben den Vorteil, dass man Gedanken viel präziser darstellen kann als durch Sprache. Zumal Nebeneffekte, wie „ähs“ oder ein Stocken wegfallen. Zudem ist wohl Text das vorherrschende Informationsmittel im Internet. Sprache alleine ist meiner Einschätzung nach ein Novum.
Videopodcasts hingegen haben den Vorteil, dass die Sprache mit Bilder unterstützt wird. Aus eigener Erfahrung schätze ich ein Video angenehmer zum Zuhören ein als ein ein bloßer Sprachbeitrag ohne Bild – auch wenn man in dem Video nur eine sprechende Person sieht. Ich würde mir auch eine Predigt lieber als Videopodcast anschauen über ein Podcast. Denn: Wohin mit den Augen?
Außerdem sind Videos im Alltag der Schüler allgegenwärtig (Youtube, etc). Podcasts wahrscheinlich kaum.
Ich glaube der wesentliche Informationsfluss geschieht im Internet durch Text und Bild. Weniger durch Sprache. Oder täusche ich mich?
Trotzdem! Podcasts gibt es. Sicher zurecht. Wo liegen also die Stärken von Podcasts? Stärken, die Blogs und Videopodcasts nicht haben! Mir fällt eigentlich nur der Speicherbedarf ein und Situationen in denen die Augen abgelenkt sind wie beim Autofahren. Oder auch Dinge bei denen keine Bilder benötigt werden, wie Hörspiele, bei denen ein wesentliches Element die Phantasie ist.
Bei der Auswahl unseres Szenarios war es uns wichtig, dass Podcasts nicht zum Selbstzweck eingesetzt werden, sondern einen positiven Effekt auf das Lehren und Lernen haben, der ohne Podcast nicht oder weniger vorhanden wäre. Negativbeispiele diesbezüglich haben wir genug gefunden. Es sollen dabei natürlich die üblichen Web2.0 Features im Sinne von gemeinsamer Kommunikation und Kooperation und sozialer Vernetzheit zum Tragen kommen. Wäre dies in dem Szenario nicht gegeben bräuchte man keinen Podcast. Dann würde es vieleicht auch eine CD mit Sprachaufnahmen tun.
Wir spielen bisher mit dem Gedanken, dass die Schüler in Gruppen ein Hörspiel produzieren sollen und dieses dann als Podcast veröffentlichen. Zwar studiert keiner von uns Deutsch als Fach aber ich bin sicher das bekommen wir schon hin. Interessanterweise war dies unter keinem der Vorschläge, die wir im Netz gefunden haben, obwohl der Unterrichtsgegenstand „Hörspiel“ gewiss nicht Neues ist. Der Sprung ins Netz war da nicht mehr schwer. Das Netz bietet dabei vor allem den Anreiz das Erschaffene weltweit zu veröffentlichen und darüber zu diskutieren. Hörspiele selbst benötigen keine Bilder. Dies erledigt die Phantasie. Hier sind Podcasts also Blogs und Videopodcasts überlegen. Soweit zumindest die Überlegung.
Vor allem Im Fremdsprachenunterricht lohnt sich der Einsatz von Podcasts. Insbesondere für Hörverstehensübungen. Hier können z.B. Podcasts von native-speakers eingesetzt werden. Im Gegensatz zu Schulbuch-CDs existieren Podcasts in realen Situationen.
Witzig fand ich auch ein Projekt in dem Schüler Gedichte mittels Podcasts kreativ interpretieren sollten.
Der Klassiker ist natürlich das Schulradio.
Sicher gibt es noch viele weitere Möglichkeiten wie Podcasts sinnvoll eingesetzt werden können. Über Vorschläge und Ideen würde ich mich sehr freuen!